Ich habe vor Wochen hier Büchersuche: Borderline- Erfahrungsberichte nach Buchempfehlungen gesucht. Zwar konnt mir von euch keiner weiterhelfen, aber ich stiess bei meinen weiteren Recherchen auf ein Buch, welches ich mir dann auch gekauft habe. Über das Buch würde ich nun gerne schreiben und vielleicht hat es noch jemand gelesen und man könnte sich austauschen.
Das Buch heißt Ich- mein größter Feind. Leben mit dem Borderline- Syndrom. Es ist in der Erfahrungreihe des Bastei Lübbe Verlags erschienen.
Man kann sich an sich von Anfang an in den Autor, der sein Buch in der Ich- Form schreibt, hineinversetzen. So wurde aus Timm Flemming schnell einfach Timm. Timm ist 1985 in der ehemaligen DDR geboren. Er wächst in einem nicht immer einfachem Elternhaus auf. Er schreibt an sich relativ viel über seine Jugend und Kindheit, in der er auch schon einfach anders war.
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Als er 14 Jahre alt ist, nehmen sich beide Elternteile nacheinander das Leben. Das führt im Endeffekt wohl zum Absturz bei Timm und in seinem Leben.
Die Diagnose Borderline bekommt er aber erst 2002. Ab da lebt er zum Großteil in einer therapeutischen Einrichtung.
Das Buch erschien als Erstauflage 2007. Ich denke mal, in dem Buch beschreibt Timm sein Leben bis etwa 2007. Er geht sehr offen mit dem Thema und seinen Gefühlen um. Auch die problematischen Aspekte der Erkrankung schildert er zum Teil detailliert. Unter anderem einen Suizdversuch in allen Details. Auf der einen Seite fand ich die schonungslose und offene Art echt gut. Auf der anderen Seite zog sie mich auch runter, gebe ich zu.
Timm beschreibt seine Gefühle zum Teil genau. Sachen die man als Außenstehender vielleicht nicht so verstehen kann. Aber er beschreibt seine Gefühle und Gedanken teilweise echt gut. Ich kann seine Gefühle vollkommen nachvollziehen. Gerade die Punkte die auf "Normalos" halt so fremd wirken.
Allerdings kann ich mich halt auch in vieles reinversetzen, weil ich vieles genauso oder ähnlich erlebe. Also zumindest was die Gefühle und auch die extremen Stimmungsschwankungen angeht. Mich würde da mal interessieren, wie Menschen die kein Borderline haben, das Buch und Timm´s Schilderungen empfinden.
Gut fand ich auf alle Fälle auch, das er nicht versucht den Lesern seinen Stempel aufzudrücken. Keine Worte ala Ich habe es geschafft und deshalb müssen es andere auch schaffen. Keine Mahnung oder so. Ein einfaches Erzählen wie er manches erlebt hat und damit umgegangen ist.
Ich kann das Buch an sich empfehlen. Für Borderliner in einer eher negativen Phase würde ich eher davon abraten, weil er zum Teil halt wirklich sehr detailliert beschreibt. Ansonsten möchte ich das Buch auch mal Nicht- Betroffenen ans Herz legen.
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