Ich lese derzeit den Kaufmann von Venedig vom guten, alten Shakespeare. Dabei will eine Sache nicht in meinen Kopf- Vielleicht ist das eine blöde Frage und bloß literarische Freiheit, aber das beschäftigt mich seit Tagen:
Antonio nimmt einen Kredit bei dem Juden Shylock auf, sollte er nicht zahlen können, steht Shylock ein Pfund Fleisch aus Antonios Körper zu. Als die Frist schließlich abgelaufen ist, kann Antonio das Geld nicht zurück erstatten, allerdings bieten mehrere seiner Freunde an, für ihn einzuspringen und Shylock auszuzahlen. Dieser hegt jedoch einen Groll gegen Antonio und hatte heimlich auf eine solche Wendung gehofft, weshalb er die Annahme des Geldes verweigert und auf seinem Pfund Fleisch besteht. Kein Gnadengesuch kann ihn erweichen und er bekommt vor Gericht Recht.
Nun meine Frage: Wie kann das sein? Mir ist schon klar, dass ein solcher Vertrag heute ohnehin sittenwidrig wäre, aber auch für die damalige Zeit, befremdet mich die Vorstellung, dass ein Geldverleiher, wie es ihm beliebt, die Annahme der Rückzahlung des Kredites verweigern kann, um die Sicherheit zu behalten oder zu bekommen. War das im 16. Jahrhundert tatsächlich so abenteuerlich geregelt, oder hat Shakespeare sich das ausgedacht, um die Situation so weit wie möglich zu zu spitzen und den Charakter des Shylock so schlecht wie möglich aussehen zu lassen?
Vermutlich ist das ein unwichtiges Details, aber wie gesagt, ich war schwer irritiert, als ich an dieser Stelle war und denke seitdem darüber nach.
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:: Sorcya
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