Die Gingko-Pflanze, die ursprünglich aus China stammt und zum Baum des Jahres und schließlich auch letzten Jahrtausends ernannt worden ist, ist schon eine ein wenig merkwürdige. Dieser Baum ist der einzige, der noch aus der ursprünglichen Klasse der Gingkopflanzen existiert, alle anderen sind bereits ausgestorben. Der Gingko ist danach sehr urtümlich, Teile von Gingkos sind als Fossilien erhalten, und der heute noch lebende Gingko kann getrost als "lebendes Fossil" bezeichnet werden, und gesellt sich somit zu Quastenflosser, Schachtelhalm und Mammutbaum. Wobei man sagen muss, dass wilde Gingkos auch nach und nach aussterben, wobei sich die Art ja auch schon sehr lange gehalten hat.
Gingkos sind sommergrün und können bis zu 1000 Jahre alt und 40 Meter hoch werden. Hier in Deutschland, aber auch in anderen Ländern der Welt, findet man sie im Freien gewöhnlich als Zierpflanzen. In Schlossgärten gibt es beispielsweise manchmal Gingkos. Dennoch ist der durch seine zweigespaltenen Blätter, die übrigens mit dem Alter des Baumes zusätzlich die Form wechseln, sehr auffällige Baum doch leider eher selten zu sehen. Wobei er vor einigen Jahrhunderten doch einmal ein regelrechter "Modebaum" gewesen ist. Beispielsweise schrieb auch Johann Wolfgang von Goethe ein Gedicht über den Gingko, außerdem trocknete er zur Zierde Gingkoblätter und klebte sie auf Papier. Das sollen damals recht viele Adlige und Bürger getan haben. Der Gingko faszinierte also damals schon Menschen.
 | :: Wawa666 :: Beiträge 4523:: 244.72 Talkpoints |
 |
Was Gingkos übrigens auch zu ungewöhnlichen Bäumen macht, ist nicht nur, dass sie gewöhnlich ein festes Geschlecht haben (es gibt also rein männliche und rein weibliche Bäume, wobei diese erst mit etwa 30 Jahren geschlechtsreif werden). Auch interessant ist, dass sie sich über Spermatozoiden fortpflanzen, also wirklich große, sich mit einer Geißel selbstständig bewegende, Samenzellen. Bildlich kann man sich das vielleicht ein wenig wie mit dem menschlichen (oder tierischen) Spermium vorstellen. Das ist übrigens beim Gingko auch eine erhalten gebliebene Erscheinung, die bei Urpflanzen früher üblich war, die es aber heute kaum mehr bei Pflanzen gibt.
Gingkos sind also doch schon ziemlich faszinierende Pflanzen, das sahen Menschen heute so und auch schon die Menschen vor hunderten von Jahren, und ich muss ehrlich sagen, ich persönlich finde sie auch sehr interessant. Nun frage ich mich, ob dieser Baum denn auch irgendeine abgeleitete Symbolik hat? Seine Eigenheiten laden ja richtig dazu ein. Gerade beispielsweise allein schon diese gespaltene Form der Blätter.
Ich habe gelesen, dass Gingkos wegen der gespaltenen Form der Blätter als Symbole für Freundschaft oder auch Liebe gesehen werden können. Stimmt das? Auch sollen sie gerne als Symbol zur Ermahnung an den Schutz der Umwelt verwendet werden, was ich aufgrund ihres hohen Alters und der Tatsache, dass die meisten ihrer Arten bereits ausgestorben sind (wenn auch schon vor langer Zeit, und wahrscheinlich unabhängig von menschlichen Aktivitäten), gut verstehen kann. Aber auch als Symbol für den Frieden können Gingkos gesehen werden. Es heißt, nach der Zerstörung Hiroshimas habe in einem Tempel, der ansonsten vollständig zerstört wurde, ein Gingko als einziges die Atombombenexplosion überlebt.
Aber für was steht der Gingko oder stehen seine Blätter noch?
|
| |
 |
:: Wawa666
:: Beiträge 4523:: 244.72 Talkpoints ::  |
|
|
|
|
| |
| |
| |
|