Kochen ist Krieg? Einige Leute, die für das Kochen in der Familie zuständig sind, würden dies sicherlich bestätigen. Da kocht man für die liebe Familie und jeder hat etwas daran auszusetzen.
Doch Gregor Weber schreibt hier nicht über die Probleme des Familienkochs. Dieses Buch wendet sich eher an Leute, die an dem interessiert sind, was in der professionellen Gastronomie hinter den Küchentüren abläuft. Und was da alles abläuft! Mein mein ja immer, dass die Kochshows zumindest in etwa die Realität abbilden. Doch weit gefehlt. Ich hätte beispielsweise nie gedacht, dass in den Küchen der Sterneebene noch so ein rauher Umgangston herrscht. Die Küchenchefs scheuen anscheinend vor kaum einer Verbalattacke zurück, wenn es um die Kritisierung der Leistung ihrer Köche geht.
Faszinierend, aber erschütternd war für mich, dass Kochen auch auf Sternenebene neben Kunst auch ein großes Stück Knochenarbeit ist. Früher dachte ich zum Beispiel,dass das Putzen und Zerkleinern von Lebensmitteln hauptsächlich von Hilfskräften vorgenommen wird. Doch ich habe mich eines Besseren belehren lassen.
Das faszinierendste an diesem Buch ist aber, dass man bei Küchen hinter die Kulissen sehen kann, die sich die meisten entweder nur sehr selten leisten können oder die für normalsterbliche nicht zugänglich sind. Herr Weber arbeitet in jeder der Küchen zeitweise als Koch, so dass er auch wirklich weiß, wie das Kochen dort abläuft. So berichtet Herr Weber beispielweise über das Restaurant VAU von Kolja Kleberg in Berlin. Oder aber er schreibt, wie in der Küche des Schloss Bellevue auf höchtem Niveau für Staatsgäste augetischt wird.
Wer sich fürs feine Kochen interessiert, kann aus diesem Buch einige Anregungen mitnehmen. Auch für Leute, die vor der Qual der Berufswahl stehen, kann dieses Buch ein plastisches Bild liefern, wie es tatsächlich und ungeschminkt in Deutschlands Küchen zugeht. Alles in allem kann ich das Buch nur empfehlen.
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:: trüffelsucher
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