Hallo, da ich auf einer FOS für Sozialwesen bin und gerade viel über Kommunikation lerne, möchte ich euch heute mal ein bisschen was darüber erzählen, weil ich denke, dass es nicht schaden kann, wenn wir alle mal unsre Kommunikation ein wenig analysieren. Ich denke, dass einem das im Alltag oft weiterhelfen kann.
Ich möchte euch heute die 5 Axiome der Kommunikation von Watzlawick, ein bedeutender Kommunikationswissenschaftler, vorstellen. Ein Axiom ist ein keines Beweises bedürfender Grundsatz.
1. Axiom
In einer sozialen Situation kann man nicht nicht kommunizieren. Das heißt, jedes unserer Verhalten in einer sozialen Situation (Gespräch, Sex, etc.) hat Mitteilungscharakter. Die Kommunikation kann dann erfolgreich verlaufen, wenn den Kommunikationspartnern bewusst ist, dass man nicht nicht kommunizieren kann und dass jedes ihrer Verhalten etwas aussagt.
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Es können sich folgende Störungen ergeben:
Die Kommunikation wird ignoriert, abgewiesen, einseitig beendet oder nur widerwillig angenommen. Die Aussage des Partners wird entwertet oder die eigenen Aussagen werden umgedeutet, verleumdet oder zurückgenommen. Ebenfalls gestört verläuft die Kommunikation, wenn sich einer der Kommunikationspartner in Symptome oder Krankheitet flüchtet.
2. Axiom
Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungswert.
Das bedeutet, dass Kommunikation zwei Ebenen hat und zwar den Inhaltsaspekt, der den Sachinhalt einer Botschaft charakterisiert und den Beziehungsapsekt, der charakterisiert wie die Bezihung zwischen den Kommunikationspartnern ist. Also wie etwas gesagt und aufgenommen wird.
Die Kommunikation verläuft dann erfolgreich, wenn zwischen dem Sender der Botschaft und dem Empfänger der Botschaft Einigkeit besteht, sowohl auf der Inhaltsebene, als auch auf der Bezihungsebene. Oder wenn Einigkeit auf der Bezihungsebene dazu führt, dass Uneinigkeit auf der Inhaltsebene die Bezihung nicht belastet.
Aus dem Axiom können sich folgende Störungen ergeben:
Eine schlechte Bezihung wird auf der Inhaktsebene ausgetragen bzw. Uneinigkeiten auf der Inhaktsebene werden auf die Bezierhungsebene übertragen. Es können Spannungen durch unklare und negative Beziehungen entstehen, sowie durch ungleiche Emotionen. Der Beziehungsaspekt wird bewusst herausgehalten, oder unabsichtlich vernachlässigt.
3. Axiom
In einem Kommunikationsablauf ist das Verhalten einer Person zugleich Reaktion, aber auch Reiz und Verstärkung ( = Bestätigung) für das Verhalten des Anderen. Kommunikatives Verhalten ist also zugleich Ursache und Wirkung.
Soziale Kommunikation stellt einen Regelkreislauf dar, in dem es keinen Anfang und kein Ende gibt.
Die Kommunikation ist dann erfolgreich, wenn die Kommunikationspartner begreifen, dass der Kommunikationsablauf einen Regelkreis darstellt und wenn sie wissen, dass ihr Verhalten auch Ursache für das Verhalten des Partners sein kann.
Die Kommunikation ist gestört, wenn die Gesprächspartner die Ursache und Wirkung ihrer Kommunikation unterschiedlich festlegen oder wenn das Verhalten des Anderen als Entschuldigung bzw. Rechtfertigung für das eigene Verhalten genommen wird. Sie ist ebenfals gestört, wenn Druck oder Zwang ausgeübt wird. Eine weitere Störung ist die selbsterfüllende Prophezeihung: Die Erwartungshaltung eines Einzelnen führt dazu, dass Andere sich dementsprechend verhalten und die Ewartung tatsächlich eintrifft.
4. Axiom
Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten.
Die digitalen Modalitäten, wie Sprache und Wörter, sind für die verbale Kommunikation da, welche hauptsächlich der Übermittlung von Inhaltsbotschaften dient. Die analogen Modalitäten, Gestik und Mimik, sowie Symbole, sind für die nonverbale Kommunikation da, welche hauptsächlich der Übermittlung von beziehungsbotschaften dient.
Die Kommunikation ist erfolreich, wenn die beiden Modalitäten eindeutig, übereinstimmend und ausgeglichen sind.
Die Kommunikation kann gestört sein, wenn die analogen Modalitäten nicht eindeutig kodiert sind, digitale und analoge Modalitäten nicht übereinstimmen oder unausgeglichen sind (es überwiegt eine Modalität) oder wenn eine der Kommunikationen (analoge oder digitale) mehrdeutig ist. Eine Störung kann sich auch ergeben, wenn die analoge Kommunikation unbewusst passiert.
5. Axiom
Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe können symetrisch oder komplementär sein.
Die Symetrische Kommunikation basiert auf Gleichheit und gleichberechtigten, sowie ebenbürtigen Kommunikationspartner.
Die Komplementäre Kommunikation basiert auf Unterschiedlichkeit und ungleiche, verschiedene Kommunikationspartner.
Erfolgreich verläuft die Kommunikation meistens, wenn in einer Beziehung komplementäre und symetrische Kommunikationsabläufe stattfinden und wenn die komplementären und symetrischen Aspekte sich ergänzen und ausgleichen.
Es können allerdings auch zwei Arten von Störungen auftreten:
Symetrische Eskalation:
Bei einer Symetrischen Eskalation entsteht Rivalität zwischen den Kommunikationspartnern und einer versucht immer gleicher als der Andere zu sein. In den verschiedensten Bereichen des Lebens.
Staare Komplementärität:
Es entsteht Abhängigkeit, Unselbstständigkeit bis hin zur Unmündigkeit ( = Fremdbestimmung). Es gibt also zu starke Macht- und Personenunterschiede zwischen den Partnern.
So, das war wirklich viel, aber ich hoffe es hat ein wenig was gebracht. Mir bringt es viel, sowas zu lernen, da ich schon manchmal merke, wie ich dieses Wissen bei Konflikten erfolgreich anwende
Liebe Grüße,
rolleyes
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