vom 27.11.2007
Talkteria: Aufbau / Eigenschaften / Arbeitsweisen  -  Weitbereichsnetz
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Aufbau / Eigenschaften / Arbeitsweisen - Weitbereichsnetz

Forum: Computer & Internet

    
Hallo,

habe mal eine kleine Erläuterung zum Thema Weitbereichsnetze verfasst; vielleicht interessiert es den ein oder anderen wie das ganze funktioniert:

Von einem Weitbereichsnetz kann man sprechen, wenn der Umkreis bzw. die Dehnung des Netzes über 50km beträgt. Ein Weitbereichsnetz besteht aus mehreren Merkmalen. Dies sind die Netzschnittstellen (Netzzungangspunkte), sowie den Vermittlungs- bzw. Verteilerstellen (Netzknoten). Allerdings muss man bei den Verteilerstellen unterscheiden, denn hier gibt es einmal den Durchgangsknoten, der ausschliesslich als Verteiler der Leitungen fungiert, zudem gibt es die sog. Zugangsnetzknoten, die im übrigen die Ortsvermittlungsstellen sind, an die die Netzschnittstellen angebunden sind. Sofern eine Verbindung zwischen zwei Netzschnittstellen aus mehreren Leitungen besteht, spricht man von einem sog. Bündel.


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Es gibt verschiedene Verbindungsmöglichkeiten in einem Weitbereichsnetz. Diese sind: Koxialkabel, LWL, Richtfunk oder auch Satellitenfunk.

In den meisten Regionen gibt es eigene Netze, die unabhängig voneinander arbeiten. Diese sind untereinander nochmals miteinander verbunden, damit daraus ein großes Netzwerk entsteht und jeder Teilnehmer providerunabhängig miteinander kommunizieren kann. Diese Verbindung zwischen verschiedenen Regionen/Providern findet in sog. Kollokationsräumen statt. Diese befinden sich ausschliesslich in den Ortsvermittlungsstellen der DTAG.

Jede Region verfügt über eine Ortsvermittlungsstelle von wo aus der so sog. Anschlussbereich abgeht. Die Leitung zwischen Ortsvermittlungsstelle und Netzschnittstelle bezeichnet man als Anschlussleitung. Umgangssprachlich bezeichnet man dieses Stück auch als „letzte Meile“. Es bezeichnet beispielsweise den gelegten Zugang zu einem Haus. Der Anschlussbereich gehört in Deutschland meist der DTAG und als Leitung wird ein Twisted-Pair Kabel verwendet.

Hinter einer Netzschnittstelle endet die Leistung für den Provider, ab hier kann ein Kunde bzw. der Nutzer machen was er will. Von dort aus ist es freigestellt, welches technische Equipment genutzt wird. (Telefon, Fax, Router, Modem).

Bei einem solchen komplexen Netz (Weitbreichsnetz / WAN), muss gewährleistet sein, dass eine Verbindungsmöglichkeit zu jeder Zeit zu jedem Punkt möglich ist. Jeder Nutzer muss zudem selbst bestimmen dürfen, zu welchem Ziel er möchte.

Ein wichtiger Aspekt hierbei ist vor allem auch die Netzausfallsicherheit. Es muss dem Provider möglich sein, sofern eine bestimmte Leitung aus irgend einem Grund ausfällt, eine weitere nutzen zu können, damit es zu keinen Umsatzverlusten kommt. Hierfür gibt es automatisch bzw. halbautomatische Möglichkeiten, bei denen eine Lösung zwischen 50 Sekunden und 10 Minuten geschaltet ist.

Der Punkt Flexibilität stellt zudem noch eine wichtige Funktion eines Weitbereichsnetzes dar, denn es muss gewährleistet sein, dass ein Netz später auch noch ausgeweitet bzw. angepasst werden kann.

Ebenso werden die Leitungen/Strecken einer Validierung unterzogen. Dies nennt man validity check. Qualität und Vollständigkeit werden hier unter die Lupe genommen und Vorgehensweisen zur Fehlerreduzierung werden eingeleitet. Diese Verfahren nennt man TCM (Tandem Connection Monitoring) oder auch POM (Path Overhead Monitoring). Die Überwachungsmechanismen werden hier von definierten Standorten aus verfolgt, sprich Wartungszentren.

Es gibt zwei Vermittlungsprinzipien zwischen denen man unterscheidet.
circuit switching (Leitungsvermittlung)
packet switching (Paketvermittlung)

Bei der Leitungsvermittlung geht es darum, dass eine Leitung zwischen zwei Nutzern konstant und durchgehend geschaltet wird.

Bei der Paketvermittlung wird die Übertragung in einzelne Stücke unterteilt. Jedem Block wird eine sog. Steuerinformation mit Nummerierung zugeteilt die die Zugehörigkeit der einzelnen Blöcke später identifiziert. Alle Blöcke zusammen bilden am Ende ein Paket.

Genutzt wird immer der möglichst kürzeste Weg (wenige Knoten) um von A nach B zu kommen. Das Verfahren das dahinter steckt nennt man auch Verkehslenkung.


Gruß
mpet85
  
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