vom 20.11.2007
Talkteria: Afrika und die digitale Wüste
zu twitter Link in delicious speichern

Afrika und die digitale Wüste

Forum: Computer & Internet

    
Trotz der vielen Projekte zur Digitalisierung von Afrika scheinen diese in der Praxis recht wenig zu fruchten, denn der schwarze Kontinent ist weiterhin eine digitale Wüste und weltweit das Schlusslicht in der Digitalisierung der Gesellschaft.

In Afrika fehlt es um am WWW teilnehme zu können, schlichtweg an allem: Sei es die Software oder die Hardware – so kann ein Seitenaufbau einer einfachen Internetseite gerne einmal eine halbe Stunde in Anspruch nehmen oder wenn man Glück hat, auch innerhalb weniger Minuten (!), also Nostalgie Stimmung wie in Zeiten der 14.4 Modems. Dass man so keine digitale Revolution einläuten kann, wenn man den Anschlusszug nicht bekommt, ist natürlich klar – von einem fairen Wettbewerb ganz zu schweigen. Und nur nebenbei, neben der Wartezeit muss ein Afrikaner auch eine Engelsgeduld beim Surfen mitbringen, denn ausfallende, lahme Modems oder plötzlich ein paar Stunden ohne Strom sind eher die Regel als die Ausnahme. Probleme über Probleme also, an denen der User selber oft gar nichts ändern kann.


Subbotnik:: Subbotnik :: Beiträge 9414:: 200.32 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen





Jetzt mag man meinen: Na gut, besser jammern als gar nicht surfen können – aber Jammern können auch nur 4 % (!) der Afrikaner, denn der Rest, oh Wunder, hat gar keinen Zugang zu einem Rechner oder zum WWW. Dies ist nach wie vor einer der entscheidenden Nachteile, warum Afrika fast gar keinen Anteil am WWW hat und nicht vom schnellen internationalen Wissenstransfer über das WWW profitieren kann – ein Zugang zu Online Bibliotheken und anderen Informationsquellen ist in der Praxis nicht vorhanden.

Durch diese Missstände wächst die Kluft zwischen Afrika und den Industrienationen momentan schneller als zu Zeiten der Entkolonialisierung, denn Afrika verliert mehr und mehr den Anschluss an den internationalen Wettbewerb im Netz – da helfen auch keine Billig Laptops oder ausgemusterten Rechner der westlichen Staaten, denn was nützen diese, wenn man keinen Strom hat um sie zu betreiben oder meilenweit keine Möglichkeit, diesen ans WWW anzuschließen? Das ist umso mehr bedenklich, da de facto der Wissensdurst der Afrikaner und der Wille, Zugang zum WWW zu haben, vorhanden ist und hier eigentlich ein riesiger Markt wartet, erschlossen zu werden. Dies wird schon am Mobilfunkmarkt deutlich, denn nirgendwo gibt es so starke Wachstumsraten wie in Afrika – das Wachstum dieses in Afrika übersteigt das Wachstum des Weltmarktes um mehr als 100 % pro Jahr.

Mehr als jede Lebensmittelspende oder Anleitung zum Erbsenanbau könnte eine Digitalisierung Afrikas bewirken – und mehr Menschen als durch herkömmliche Entwicklungshilfe eine soziale Absicherung samt einem extrem hohen Wirtschaftswachstum ermöglichen. Wenn man also Afrika wirklich helfen will, ist ein Ausbau der Infrastruktur unerlässlich und könnte innerhalb weniger Jahre das bewirken, worum sich die Entwicklungshilfe schon seit Jahrzehnten vergeblich bemüht und was sich auch für die Industrienationen durch einen stärkeren Handel und mehr Geschäfte lohnen würde. Für Afrika wäre dies mehr als nur Almosen und Wohltätigkeit, sondern eine echte Chancen.
  
Subbotnik :: Subbotnik :: Beiträge 9414:: 200.32 Talkpoints :: Auszeichnung für 5000 Beiträge Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Also dazu muss doch auf jeden Fall mal was gesagt werden

Es ist einfach enttäuschend zu sehen dass wir in diesem Zeitalter, trotz etwaiger Möglichkeiten noch solche eine drastische Kontinentsteilung nach altem Weltmodell oben/ unten haben.
Wir machen uns Sorgen um Butterberge und vernichten Überproduktionen von Nahrung um den europäischen Markt zu stabilisieren... alles sehr fraglich im Bezug auf die Möglichkeit hungernde Kinder zu Ernähren.

Daher finde ich sollten die Unternehmungen zu einer autonomen Stromquelle tendieren. Das sollte die Haupthilfe-Intention Nummer eins sein, zusammen mit einem überstaatlichen Markt für die 100Dollar-Notebooks - für Zivilisierungsarbeit.
Dann fehlt noch das Internet, was sich aber leicht durch Satelitenschüsseln aufrufen lassen könnte mit der "Afrika-Flatrate".
Allerdings wird es wohl zu wenige Sateliten über diesem Kontinent geben.

Aufgrund dieser Aussagen stimme ich dem Eingangspost absolut zu.
  
.:d2k :: .:d2k :: Beiträge 583:: 51.22 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
   
Zum antworten bitte einloggenjetzt anmelden Um ein neues Thema zu erstellen bitte einloggen
   
Seite 1 von 1  
   
   
 
Talkteria.de Web

Erweiterte Suche
Ähnliche Themen:
 
Afrika - Kriegskosten
846mal aufgerufen · 6 Antworten · Forum: Politik & Gesetz
Merkel besucht Aids Krankenhaus in Afrika
1292mal aufgerufen · 0 Antworten · Forum: Promis
1000 Tage bis zur WM in Afrika
818mal aufgerufen · 6 Antworten · Forum: Sport
Digitale Fotografie immer beliebter
1304mal aufgerufen · 18 Antworten · Forum: Allgemein
Projekt gegen Armut und für mehr Pressefreiheit in Afrika
1290mal aufgerufen · 1 Antworten · Forum: Politik & Gesetz
 
 
Weitere interessante Themen:
 
Glückwünsche - Wünsche zur Taufe
41921mal aufgerufen · 3 Antworten · Forum: Festtage
Kostenloses A2 Poster von Porsche
3731mal aufgerufen · 31 Antworten · Forum: Kostenloses
Fußball Fans kaufen Club
875mal aufgerufen · 7 Antworten · Forum: Sport
www.Betrachter.de - gesammelte Kuriositäten von Google Earth
4834mal aufgerufen · 3 Antworten · Forum: Computer & Internet
Bei Douglas versandkostenfrei bestellen
958mal aufgerufen · 2 Antworten · Forum: Shopping
  mehr interessante Themen

 

 

 

   
Startseite :: Nach oben  
   
Impressum :: Datenschutz :: Blog RSS Powered by phpBB
   
Topthemen Themenübersichten 12 11 10 09 08 07 06 Copyright © 2000 - Talkteria, das Internetforum!