Trotz der vielen Projekte zur Digitalisierung von Afrika scheinen diese in der Praxis recht wenig zu fruchten, denn der schwarze Kontinent ist weiterhin eine digitale Wüste und weltweit das Schlusslicht in der Digitalisierung der Gesellschaft.
In Afrika fehlt es um am WWW teilnehme zu können, schlichtweg an allem: Sei es die Software oder die Hardware – so kann ein Seitenaufbau einer einfachen Internetseite gerne einmal eine halbe Stunde in Anspruch nehmen oder wenn man Glück hat, auch innerhalb weniger Minuten (!), also Nostalgie Stimmung wie in Zeiten der 14.4 Modems. Dass man so keine digitale Revolution einläuten kann, wenn man den Anschlusszug nicht bekommt, ist natürlich klar – von einem fairen Wettbewerb ganz zu schweigen. Und nur nebenbei, neben der Wartezeit muss ein Afrikaner auch eine Engelsgeduld beim Surfen mitbringen, denn ausfallende, lahme Modems oder plötzlich ein paar Stunden ohne Strom sind eher die Regel als die Ausnahme. Probleme über Probleme also, an denen der User selber oft gar nichts ändern kann.
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Jetzt mag man meinen: Na gut, besser jammern als gar nicht surfen können – aber Jammern können auch nur 4 % (!) der Afrikaner, denn der Rest, oh Wunder, hat gar keinen Zugang zu einem Rechner oder zum WWW. Dies ist nach wie vor einer der entscheidenden Nachteile, warum Afrika fast gar keinen Anteil am WWW hat und nicht vom schnellen internationalen Wissenstransfer über das WWW profitieren kann – ein Zugang zu Online Bibliotheken und anderen Informationsquellen ist in der Praxis nicht vorhanden.
Durch diese Missstände wächst die Kluft zwischen Afrika und den Industrienationen momentan schneller als zu Zeiten der Entkolonialisierung, denn Afrika verliert mehr und mehr den Anschluss an den internationalen Wettbewerb im Netz – da helfen auch keine Billig Laptops oder ausgemusterten Rechner der westlichen Staaten, denn was nützen diese, wenn man keinen Strom hat um sie zu betreiben oder meilenweit keine Möglichkeit, diesen ans WWW anzuschließen? Das ist umso mehr bedenklich, da de facto der Wissensdurst der Afrikaner und der Wille, Zugang zum WWW zu haben, vorhanden ist und hier eigentlich ein riesiger Markt wartet, erschlossen zu werden. Dies wird schon am Mobilfunkmarkt deutlich, denn nirgendwo gibt es so starke Wachstumsraten wie in Afrika – das Wachstum dieses in Afrika übersteigt das Wachstum des Weltmarktes um mehr als 100 % pro Jahr.
Mehr als jede Lebensmittelspende oder Anleitung zum Erbsenanbau könnte eine Digitalisierung Afrikas bewirken – und mehr Menschen als durch herkömmliche Entwicklungshilfe eine soziale Absicherung samt einem extrem hohen Wirtschaftswachstum ermöglichen. Wenn man also Afrika wirklich helfen will, ist ein Ausbau der Infrastruktur unerlässlich und könnte innerhalb weniger Jahre das bewirken, worum sich die Entwicklungshilfe schon seit Jahrzehnten vergeblich bemüht und was sich auch für die Industrienationen durch einen stärkeren Handel und mehr Geschäfte lohnen würde. Für Afrika wäre dies mehr als nur Almosen und Wohltätigkeit, sondern eine echte Chancen.
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