vom 30.09.2009
Talkteria: Entzündungen mit Eigenurin therapieren
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Entzündungen mit Eigenurin therapieren

Forum: Gesundheit & Beauty

    
Hallo!

Ich habe jetzt schon öfters gehört, dass man Entzündungen mit Eigenurin therapieren kann und diese dann auch schnell abheilen sollen. Ich kann mir das nicht vorstellen, weil ich denke, dass es ja dein keine Entzündungen der Harnröhre geben dürfte, wenn der Urin entzündungshemmend wirken würde.

Wir kann man sich die Therapie mit Eigenurin vorstellen? Muss der Urin dann behandelt werden? Wie macht man das und wie oft sollte man diese Behandlung anwenden? Hat es einem von euch schon mal geholfen? Ist es quatsch, dass man mit Auscheidungen eines Menschen sich selber behandeln kann und dass es auch hilft?
  
Diamante :: Diamante :: Beiträge 28370:: 23.56 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Richtig ist, dass man bestimmte Hauterkrankungen mit Harnstoff (Urea-kommt auch in vielen Hautcremes vor, wird dann aber tierisch gewonnen) behandeln kann. Der ist, wie der Name schon sagt, im Urin enthalten. Bei den Hauterkrankungen handelt es sich dann aber um nicht ansteckende Erkrankungen. Einen Hautpilz bspw. kann man mit Harnstoff nicht behandeln.

Daraus mag sich bei einigen Esoterikern die Legende gebildet haben, dass Urin selbst heilende Wirkung besäße und wie bei der stillen Post mittlerweile für alles Mögliche die Kur der Wahl sei.

Das ist er natürlich nicht. Wie du schon erkannt hast, kann man auch Erkrankungen an den Genitalien selbst oder im Harntrakt haben. Sofern man also eine offene Wunde oder ein Ekzem mit Urin "behandelt", kann das schnell nach hinten los gehen, wenn diese Keime dorthin gelangen, wo sie auf normalem Wege niemals ankämen.

Wiederum gibt es Experten, die trinken ihren Urin. Das hat natürlich ausser einem Placeboeffekt keine Wirkung. Was nicht von der Magensäure gekillt wird, würde einfach verdaut werden. Die Bestandteile von Urin sind aber bekannt, neben Wasser und einigen nicht nennenswerten Spuren von Mineralien sind es eben unverwertbare Stoffe und je nach Gesundheitszustand Keime.

Ich würde niemandem empfehlen, dass was unten rauskommt, einfach oben wieder reinzutun. Ausscheidungen jedweder Art sollten da bleiben, wo sie sind.

Zum Glück ist noch keiner auf den Trip gekommen, Ausscheidungen seiner Nase auf Wunden zu schmieren. Die Nasensekrete haben eine geringe antiseptische Wirkung. Da mag der Bioköstler mit esoterischem Einschlag sofort das "Urgesetz" erkennen, dass Nasensekrete auf Wunden heilende Wirkung haben müssen.

Das wäre aber hochgradig gefährlich. In der Nase kommen Keime vor, die in Krankenhäusern dieser Tage und auch in Zukunft bis hin zur Schließung ganzer Stationen führten. Die Keime sind ausserhalb der Nase nämlich König und können oft nicht mal mit Antibiotika gezähmt werden, sind multiresistent. Und oft versterben immunschwache Patienten daran. Die Keime verteilen sich teilweise wegen schlechter Hygiene.

Nichts anders als schlechte Hygiene ist es , wenn man sich Urin oder anderes dorthin schmiert, wo er nicht hingehört. Solange man gesund ist, wird man es überleben. Ist man aber krank, kann sowas schnell sehr gefährlich werden.
  
:: Rockefeller :: Beiträge 120:: 16.07 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Gegen Entzündungen wird es eher nicht helfen, im Gegenteil dafür sind im Urin viel zu viele "Giftstoffe", die die Entzündung noch schlimmer machen würden. Davon würde ich also abraten. Es gibt aber auch immer wieder Leute, die sagen, dass ein chronisches Ekzem zum Beispiel unter Eigenurin-Therapie abheilt, was wiederum nachvollziehbar ist, da im Urin Harnstoff enthalten ist. Harnstoff hat die Eigenschaft, die Hornhaut aufzuweichen, das nennt man Keratolyse und das ist bei einem chronischen Ekzem gewollt da die Haut dort oft sehr fest, trocken, eingerissen ist. Sicherlich nimmt man dann einfach etwas frischen Urin und tupft ihn auf die befallenen Stellen.

Allerdings würde ich auch darauf heutzutage lieber verzichten, da im Urin eben immer auch Stoffe sind, die eher nicht so gut sind für die Haut und die Pharmaindustrie auch sehr viele Salben und Cremes herstellt, die Harnstoff enthalten. Außerdem gibt es heutzutage auch noch andere gezieltere Methoden, um Hautkrankheiten zu behandeln, da würde ich also lieber mal zum Arzt gehen und nicht auf Medizin aus dem Mittelalter vertrauen
  
Grooovegirl :: Grooovegirl :: Beiträge 3440:: 21.45 Talkpoints :: Auszeichnung für 3000 Beiträge Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
   
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