vom 07.12.2008
Talkteria: Leihoma / Leihopa
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Leihoma / Leihopa

Forum: Familie & Kinder

    
Hallo!

Ich habe heute eine Anzeige in der Zeitung gelesen. Da suchen 3 Kinder, im Alter von 4 , 5 und 6 Jahren eine Leihoma und einen Leihopa. Da sie selber keine Oma oder einen Opa haben, weil die schon gestorben sind und alle Kinder im Kindergarten zu den Großelternnachmittagen eine Oma oder einen Opa einladen, wollen sie auch eine Oma und einen Opa haben. Sie möchten, dass die Oma und der Opa viel Spaß mitmacht und dass sie auch mal bei ihnen schlafen dürfen. Sie möchten eine Oma und einen Opa, die mit ihnen Weihnachten feiert und auch mal für sie kocht. Und Oma und Opa sollen auch verheiratet sein und eben die richtigen Großeltern ersetzen.

Was denkt ihr von solchen Anzeigen oder solchen Gesuchen. Ich denke nicht, dass das wirklich so richtig von den Kindern ausgeht. Ich denke eher, dass es von den Eltern mehr oder weniger ausgeht, die einen billigen Babysitter für ihre Kinder suchen. Sicherlich haben die Kinder vielleicht auch den Wunsch. Aber in dem Alter denke ich eher nicht, dass sie auch eine zeitungsannonce aufgeben würden oder auf die Idee kommen.

Was haltet ihr von solchen Gesuchen und würdet ihr fremde Leute als Ersatzgroßeltern für eure Kinder haben wollen?

Ich bin ja nun schon in dem Alter, wo ich Oma sein könnte , aber ich würde nicht auf so eine Anzeige antworten. Denn ich würde mich bestimmt auch ausgenutzt fühlen, wenn ich dann Babysitter spielen müsste und wenn mich dann die Kinderaugen ansehen könnte ich dann bestimmt nicht nein sagen.

Vor allem stand auch in der Anzeige nichts von einer Bezahlung und ich denke, dass es so was wie "ehrenamtlich" gemacht werden soll. Es stand nämlich unter der Rubrik "Freizeit" und nciht unter den Stellenangeboten.
So ein Job ist wahrscheinlich auch schwer zu "kündigen". Denn man will ja den Kindern nciht gleich Oma oder Opa wieder wegnehmen.
  
Diamante :: Diamante :: Beiträge 28370:: 23.56 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Diamante hat folgendes geschrieben:

Ich bin ja nun schon in dem Alter, wo ich Oma sein könnte , aber ich würde nicht auf so eine Anzeige antworten. Denn ich würde mich bestimmt auch ausgenutzt fühlen, wenn ich dann Babysitter spielen müsste und wenn mich dann die Kinderaugen ansehen könnte ich dann bestimmt nicht nein sagen.

Ich denke, dass man das auf der einen Seite zwar als Ausnützung sehen kann, auf der anderen Seite aber auch nicht. Es gibt einfach auch ältere Menschen, die entweder kinderlos sind oder deren Kinder schon längst erwachsen sind und selbst keine Kinder haben oder wo die Enkel sehr weit entfernt leben.

Solche Personen sehen das Aufpassen sicherlich nicht als Ausnützung oder Bürde, sondern freuen sich eher darauf und sehen es als Aufgabe, die sie gerne erfüllen, da sie meist eine Art Leere in ihrem Dasein verspüren. Allerdings muss ich sagen, dass 3 Kinder schon eine Menge sind für ein älteres Ehepaar oder gar eine alleinstehende Person, da muss man natürlich auch starke Nerven haben.

Letztendlich kommt es auch sehr auf die Eltern an. Wenn die Großeltern nur gelegentlich, vielleicht 1x im Monat bei den "Leihgroßeltern" schlafen und nicht ständig tagsüber dort abgegeben werden, sondern nur gelegentlich, und die Chemie zwischen Kindern sowie Eltern und "Leihgroßeltern" stimmt, was ja auch nicht selbstverständlich ist, dann finde ich, dass es für beide Seiten eine gute Sache ist.

Die Eltern haben gelegentlich - zugegeben anscheinend kostenfrei - eine Entlastung, aber auch die "Leihgroßeltern" haben eine Aufgabe gefunden, die ihnen sehr viel Freude bereiten kann.
  
netti78 :: netti78 :: Beiträge 2801:: 30.38 Talkpoints :: Auszeichnung für 2000 Beiträge Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Ich denke auch, dass solche Angebote hauptsächlich für einsamere Leute ohne Kinder und Enkel gedacht sind, die viel Freizeit haben. Für die finde ich die Idee ganz schön. Ich denke auch nicht, dass sie sich ausgenutzt fühlen würden, wenn sie Babysitter spielen müssten, da sie auch auch von den Kindern profitieren und Spaß mit ihnen haben.

Ich vermute zwar auch, dass die Initiative letztendlich von den Eltern ausgeht. Es kann aber auch sein, dass die Kinder zuvor gesagt haben, dass sie auch gerne Großeltern hätten. Und für Kinder, die keine Großeltern haben, finde ich die Idee einer Leihoma/ eines Leihopas sehr schön.

Das einzige Problem, das ich dabei sehe, ist die Frage, ob man wirklich jemanden findet, mit dem sich sowohl Eltern als auch Kinder verstehen. Bei einer Leihoma besteht ja eher als bei einer echten die Möglichkeit, sie wieder abzugeben, wenn es nicht passt.
  
Studia :: Studia :: Beiträge 1188:: 4.52 Talkpoints :: Auszeichnung für 1000 Beiträge Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Ich finde dieses Angebot eher befremdlich. Ich bin zwar noch recht jung und habe zusätzlich absolut keine Affinität zu Kindern im Allgemeinen, wenn ich mich jedoch in die Situation der Leih-Großeltern oder auch der Kinder versetze, finde ich es komisch, eine solche Beziehung zu völlig fremden Menschen aufzubauen.

Zwischen Großeltern und Enkelkindern besteht eine besondere familiäre Bindung, die man nicht einfach mit völlig fremden Menschen aufbauen kann. Für mich wäre es ebenso befremdlich, ein fremdes Kind wie ein Familienmitglied zu behandeln, als auch anders herum fremde Menschen als Oma oder Opa anzunehmen.

Insgesamt kann ich diesen Aufruf der Kinder jedoch verstehen. Vielleicht haben sie keine Großeltern mehr oder haben diese gar nie kennengelernt und vermissen diesen Teil des Familienlebens.
  
Nachtflugzeug :: Nachtflugzeug :: Beiträge 493:: -1.34 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Ich kann es schon verstehen, dass es einerseits Familien gibt, die Ersatzgroßeltern suchen. Und ich verstehe auch, dass es Menschen gibt, die dieses Angebot sogar gern annehmen.

Ich selbst hatte solche Ersatzgroßeltern. Diese wohnten in direkter Nachbarschaft und waren mit meiner Oma befreundet. Diese Ersatzgroßeltern hatten selbst keine eigenen Kinder und somit natürlich auch keine eigenen Enkel. Und das obwohl sie Kinder schon gern mochten. Nur hatte es irgendwie nicht geklappt. So war diese Lösung für alle Beteiligten ein Gewinn.

Was Dich, Diamante betrifft, Deine Kinder sind so erwachsen noch nicht und daher auch noch nicht so lange aus dem Haus. Es ist wohl schon etwas Anderes, wenn die Kinder sich ewig Zeit mit dem Kinderkriegen lassen oder sich ganz bewusst gegen eigene Kinder entscheiden. Gar nicht zu reden von den Paaren, die erst im etwas höheren Alter feststellen, dass die Entscheidung gegen Kinder sie auch der Möglichkeit beraubt hat, mal eigene Enkelkinder zu haben.
  
:: JotJot :: Beiträge 13223:: 61.41 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Ich hatte sowas als Kind. Zwar nicht über eine Anzeige, das hat sich mehr so in der Nachbarschaft ergeben. Und so wie dieses ältere Ehepaar eben ab und an mal eine Stunde auf mich aufgepasst hat, haben meine Eltern eben auch ihnen geholfen. Sei es beim Opa im Garten, wenn schwere Arbeiten zu erledigen waren oder bei der Oma das Gardinenwaschen, wo sie auf der Leiter nicht mehr sicher stand.

Ich denke mal sowas kann ein gegenseitiges nehmen und geben sein. Da muss man nicht das Ausnutzen durch die Eltern der Kinder im Vordergrund sehen. Sicher werden diese die Anzeige geschaltet haben, weil Kinder das noch nicht dürfen. Aber es muss wirklich keine böse Absicht dahinter stecken.
  
:: Punktedieb :: Beiträge 7984:: 13.35 Talkpoints :: Auszeichnung für 5000 Beiträge Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Hallöchen,

Ich finde sowas eigentlich nicht schlecht. Es gibt so viele Omas, die gerne Enkelchen hätten,aber keine haben und es gibt so viele Kinder, die keine Omi und keinen Opi haben. Da ist es doch schön,wenn man sich zusammen tut.

Zahlen würde ich dafür allerdings nichts, denn es handelt sich hier ja um ein Nehmen und ein Geben und wenn man den Omas dann Geld gibt, naja, da geht der Gedanke irgendwie verloren finde ich.

Mich persönlich verbindet viel mit meiner Omi und ich bin wirlich froh, dass ich sie habe. Und ich finde, jedes Kind sollte eine liebe Oma haben. Die soll einem um Gottes Willen nicht die Mama erstetzen, aber die Bindung ist irgendwo auch wichitg für die Entwicklung eines Kindes. Man lernt eben auch Dinge, die man nur von der Oma lernen kann.

LIebe Grüße
winny
  
winny2311 :: winny2311 :: Beiträge 11549:: -74.36 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
   
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