Jamel ist ein Dorf in der Nähe von Wismar, in Mecklenburg-Vorpommern. Nur noch 30 Leute wohnen dort, da es bereits 1992 anfing, dass sich Neonazis dort ausbreiteten. In diesem Jahr feierten etwa 120 Neonazis dort den Geburtstag von Adolf Hitler. Eine Familie, die dort wohnte, beschwerte sich eines Tages darüber. In den darauf folgenden Tagen wurde in ihr Haus eingebrochen, Autoreifen wurden zerstochen und Hühner auf dem Gartenzaun regelrecht aufgespießt. Vor Kurzem besuchte eine Delegation des Schweriner Landtages das Dorf. Nach 20 Minuten verließen sie es wieder. Sie versprachen, etwas zu unternehmen, da es bedrückend und gespenstisch sei, was sich dort abspiele.
Hoffentlich wird auch wirklich etwas dagegen getan
Lg, Tauraxx
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:: Tauraxx
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Tja selbst der Bürgermeister (von Gägelow) Uwe Wandelsagte ja schon, daß man Jamel, direkt vor den Toren Wismars (!) aufgegeben habe – was ich am erschreckensten finde, auch wenn es nicht Resignation sondern den momentanen Zustand ausdrücken soll. So gibt es mal wieder eine NBZ mehr, auch wenn diese sehr klein ist. Angeblich sollen die Nazis sogar Häuser von Neubürgern angezündet haben um diese zu vergraulen. Daß das die fröhlich braune Bruderschaft sich auch noch sicher wähnt, wird ja an so Dingen deutlich wie daß einer von ihnen, Sven K. (30), ein Abrissunternehmer und polizeibekannter Neonazi die Delegation feixend mit seiner Videokamera filmte.
Uwe Wandel schätzt ja selber, daß mehr als die Hälfte der Einwohner Rechtsradikale seien, einem Journalistenteam zeigte er sogar auf einer Google Earth Karte, welche Teile des Ortes von Rechtsradikalen bewohnt werden. Da er selbst seit 1983 in der Gegend wohnt, kenne er die Lage vor Ort nur zu geht – die entgegen anderslautender Beschwichtigungen nicht übertrieben sei.
So soll es schon am 19.04.1992 zu einer Hitlerfeier von 120 Nazis mit gehisster Reichskriegsflagge vor dem Guthaus von Jamel gekommen sein, wo die Rechtsextremen der Familie G., die in einem Nachbarhaus wohnt mit Drohungen wie „Euch räuchern wir aus“ drohten. Was Du aufzähltest ist konkret dieser Familie passiert, als sie sich über die ständige Neonazimusik von nebenan beschwerten. Damals habe sich sogar der damalige, mittlerweile verstorbene Bürgermeister Fritz Kalf mit einer Schrotflinte in dem Haus mit der Familie verschanzt – selbst die herbeigerufenen 4 Polizisten trauten sich nicht in das Gutshaus, auch wenn später knapp 30 Mann Verstärkung eintrafen und die Feier beendeten. Bis die eintrafen, zerstörten die Nazis allerdings Scheiben und Türen der Familie G., sowie das Auto des ehemaligen Bürgermeisters – und Ärger gab es nur für Fritz Kalf wegen unerlaubten Waffenbesitzes.. Die G.`s verließen Jamel nach 3 Jahren Barbarei.
1996 wurde ein Haus niedergebrannt das von Auswärtigen wieder mit hohem Geldaufwand saniert wurde – und schon während des Baus wurde man mit einem „Verpisst Euch“ begrüßt, zum Einzug brannte die Bude. Als sich 2 Interessenten nur einmal ein Haus am Dorfrand ansehen wollten, brannte das am nächsten Tag – angeblich sollte das Haus von einem Alkoholiker im Dorf in Brand gesteckt worden sein, dem keiner geglaubt hat, das Verfahren gegen ihn endete ebenfalls mit Freispruch. Das Gutshaus (mit der Hitlerfeier) machte man 1996 dicht, welches heute eine Ruine ist, woraufhin Sven K. mit seiner Familie das Dorf verlassen musste jedoch bald wieder zurück in die Nachbarschaft zog.
Das Guthaus wurde 2006 durch ein Unternehmen in einem Bieterverfahren für 18.000 € ersteigert, Sven K. soll mitgeboten haben, wenn auch erfolglos. Der neue Besitzer wollte allerdings sein neues Hab und Gut nur unter Polizeischutz besichtigen. Bisher sind die einzig mutigen dort wohl noch die Lohmeyers, die ein Musiker und eine Autorin, die nicht ins Bild der Rechten passen und noch nie bedroht worden sein sollen – sie besitzen den alten Forsthof am Dorfrand und wollten eine Scheune am Dorfrand zum alternativen Kulturzentrum umbauen, sie erfuhren erst 2004 davon, daß Jamel als „braunes Dorf“ gesehen wird. Erst im Juli stellten die Lohmeyers sogar ein kleines Festival (Jamel rockt den Förster) auf die Beine mit verschiedenen Rock-, Latin- und Folk-Bands. Aus Angst vor dem schwarzen Block stellten die K.`s sogar einige Wachen auf – auch wenn der nicht kam. Am nächsten Morgen ließen sie sich dann beim Frühschoppen blicken.
Warum Jamel so interessant ist für die Neonazis? 2003 zeigten Jäger Kriegsspiele einer Wehrsportgruppe an, die Polizei fand sogar Geschosshülsen, selbstgebastelte Schildchen („Vorsicht Schusswaffengebrauch! Der Kommandant“, mal ohne Rechtschreibfehler) , einen Jeep, der mit Wehrmachtssymbolen bemalt war und in dem jede Menge Luftgewehre und Schreckschusspistolen gefunden wurden. Sven K. wurde damals übrigens als „der Kommandant“ angeklagt (Bildung einer bewaffneten Gruppe) und 2 Freunde – obwohl das eigentlich nichts sagt, da man schon so oft gegen ihn ermittelte (Einbruch, Diebstahl, Tragen von verfassungsfeindlichen Symbolen), das selbst Polizei und Staatsanwaltschaft den Überblick verloren, auch wenn der Bewährungsversager schon einige Male verurteilt wurde. 1996 soll er auch auf einem Campingplatz andere Rechtsextreme bei einem Überfall gegen eine Jugendgruppe aufgewiegelt haben – der Fall ging ja durch die Medien. Sonnenwendfeiern soll es auch in Jamel geben, auch wenn man sich wohl nicht mehr so oft traut, hier ein Feuerchen zu entfachen.
In der Forststraße in Jamel soll laut Wandel die Hauptlast der Rechtsextremen wohnen – dort stehen auch Autos mit Aufschriften in Frakturschrift („Die Jungs für`s Grobe“ – „Klagt nicht, kämpft“). Momentan gebe es keine Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft (weder strafrechtlich noch staatsschutzrechtlich)– was laut Wandel an der trügerischen Ruhe liegen kann, da die Rechten sich sozusagen die Vorherrschaft gesichert haben, auch wenn die Polizei dorthin mal gerne Exkursionen unternimmt um Präsenz zu zeigen. Norbert Nieszery (SPD), Vorsitzender des Innenausschusses sagte selbst: "Ruhe ist in Jamel nur, weil fast ausschließlich Neonazis im Ort wohnen."
Letztendlich schaden sich die geistigen Höhenflieger ja selber damit auch wenn sie es nicht merken, da keine Bank mehr Kredite für Projekte in Jamel vergebe und der städtische Bebauungsplan seit Jahren versumpft. Aber das dürfte denen ja fast egal sein.
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:: Midgaardslang
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