Die in Kambodscha gelegene Tempelanlage Angkor Wat (khmer: „Tempelstadt“), die nicht nur monumental und beeindruckend ist und zum Weltkulturerbe gehört, war laut neuesten Untersuchungen mehr als nur eine Tempelanlage – was man bereits vermutete.
Angkor Wat stellt nach den neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen "die größte vorindustrielle Siedlung der Welt" dar, die sich über 1000 km² erstreckte, so ein internationales Archäologenteam um Damian Evans (Universität von Sydney). Die Ruinen aus dem 9. bis 16. Jahrhundert - danach wechselten die Khmer zum Buddhismus und stoppten den Weiterbau der Tempelanlage – waren über ein weitreichendes Bewässerungssystem miteinander verbunden, die den Bewohnern auch während des Monsuns sauberes Trinkwasser zur Verfügung stellen konnte. Dadurch gab es damals auf dem Gebiet über 1000 künstliche Seen. Die Anlage wurde vermutlich im 12. Jahrhundert von Suryavarman II. großflächig ausgebaut und gilt somit als größte religiöse Anlage der Erde und als bedeutendes Zeugnis der Kultur der Khmer. Mithilfe der NASA gelang es nun aufgrund von Radarmessungen, erstmals eine Karte der kompletten Anlage zu erstellen und 74 bislang übersehene Tempel zu entdecken.
Die aufwändige Kartographie von Angkor Wat wurde durch die Zusammenlegung der NASA Radardaten und durch das Zusammentragen von tausenden Daten aus alten handgemalten Karten, Bodenvermessungen und Luftaufnahmen ermöglicht. Viele der alten Bauten sind im Laufe der Zeit verschwunden, da Stein in der Kultur der Khmer nur religiösen Bauten vorbehalten war und alle anderen aus vergänglichen Rohstoffen bestanden, selbst die von großen Herrschern und Fürsten.
Angkor Wat liegt 240 km nordwestlich von Phnom Penh und ist für jeden Kulturinteressierten während Urlaubs in Kambodscha eine Reise wert.
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