Hallo zusammen,
ich denke schon, dass wir sagen müssen, dass es uns allen gut geht, wenn man einen Blick darauf wirft, was wirklich wichtig ist, nämlich, dass unser blankes Überleben erst einmal gesichert ist. Wir haben alle ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und ein bisschen Geld zum Leben, können zum Arzt gehen, wenn wir krank sind (oder auch "nur" zur Vorsorge, was ein echter Luxus zu sein scheint) und profitieren von einem System, das unser Überleben sogar dann sicherstellt, wenn wir keine Arbeit haben.
Andererseits leben wir meiner Meinung nach in einer Gesellschaft, in der man seinen Standpunkt immer verbessern muss und will, wir Deutschen wollen immer nach Höherem streben und versuchen das auch, der eine mehr, der andere weniger. Aber ich denke, dass wir genau deshalb auch so oft so unzufrieden mit unserer Situaton sind und uns mit anderen und dem, was sie haben, vergleichen.
Das ist, wenn wir ehrlich zu uns sind, Jammern auf hohem Niveau.
Ein Blick in andere Länder (nicht nur in die ganz fernen) bestätigt das oft. Ich habe auch in Frankreich schon einige Menschen kennengelernt, die mehrere Jobs hatten, um überleben zu können, ihre Wohnung bezahlen, ihren Weg zu ihren Jobs sicherstellen und ein bisschen leben zu können. Sie waren tatsächlich nicht reich und haben sich irgendwie durchgeschlagen, aber sie waren zufrieden und von ihnen hat man nie irgendeine Klage gehört.
Ich habe mich oft gefragt, ob man hier bei uns in Deutschland von jemandem, der in derselben oder einer ganz ähnlichen beruflichen Situation steckt, nicht immer wieder gehört hätte, wie schwer das Leben ist. Und ich bin mir sicher, dass wir Deutschen uns über solche Zustände wesentlich häufiger beklagen (würden).
Ich würde das übrigens sicherlich auch, wenn ich mehrere Jobs hätte, um mein Überleben zu sichern.
Andererseits ist mir auch aufgefallen, dass Menschen, die weniger haben und die vielleicht grundsätzlich mehr Grund hätten, sich zu beschweren, das anscheinend weniger tun als diejenigen, denen es verhältnismäßig gut oder sogar sehr gut geht.
Mir selbst geht es, wenn ich mir überlege, was wirklich wichtig ist, sehr gut. Ich habe mir eines Tages vor Augen gehalten, wie gut es mir doch geht, wenn ich mich im Supermarkt nach Lust und Laune dafür entscheiden kann, was genau ich kaufe und dass ich das nicht nach Angeboten richten muss.
Dass ich, wenn ich Angebote nutze und auf etwas verzichte, Geld übrig habe, das ich sparen kann, bedeutet für mich schon eine Form von Luxus. Aber auch, dass wir beide Vollzeitjobs haben und uns monatlich mehr Geld zur Verfügung steht als mancher vierköpfiger Familie, obwohl wir tatsächlich nicht viel verdienen, würde ich fast schon als Luxus bezeichnen wollen.
Ich finde es schon beruhigend, dass wir uns privat so weiterbilden können, dass wir uns beruflich neue Standbeine schaffen, auf die wir entweder parallel zum bestehenden Job oder als ganz neue Möglichkeit der Beschäftigung zurückgreifen können. So haben wir eine neue Möglichkeit, entweder auf den Arbeitsmarkt oder auf unsere persönliche Situation reagieren zu können.
Auch das finde ich unheimlich wertvoll.
Wie oft beschwere ich mich über meinen Job und stelle dann, wenn ich in mich gehe, fest, das ich es doch eigentlich sehr gut habe, weil alle Eckdaten stimmen. Ich würde wesentlich mehr Grund zur Beschwerde haben, würde ich bloß in einem anderen Unternehmen arbeiten, schon wenn die Entfernung zu einem anderen Arbeitsplatz weiter wäre. Oder wenn ich andere Kollegen hätte. Oder ein paar Euro weniger Gehalt.
Mein Fazit ist: Uns, meinem Mann und mir, geht es wirklich gut. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das so schnell ändert, weil es noch eine Menge Möglichkeiten gibt, die wir nutzen können.
LG,
moin!
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:: moin!
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Also um deine Frage zu beantworten, ja es geht uns hier allen sehr gut.
Man sollte sich da nicht mit seinem Nachbarn vergleichen, sondern einfach mal darauf schauen, was man hier alles bekommt und wie es im Großteil der Welt aussieht. Und da stehen wir wirklich sehr gut da, auch wenn das immer wieder von einigen geleugnet wird.
Man muss sich ja nur anschauen, was für uns wichtige Probleme sind. Da hat man zum einen die Diskussionen über die Krankenkassenbeiträge. Wie regen uns auf, wenn wir 1-1,5% mehr dafür bezahlen sollen, dass wir eine hervorragende Grundversorgung praktisch umsonst bekommen. In anderen Länder wäre man schon froh überhaupt einen Arzt besuchen zu können.
Genau dasselbe sieht man ja bei der Hartz4-Diskussion. Wir streiten darüber ob zum Leben jetzt 340, 350 oder 360 Euro reichen müssten und geben dieses Geld einem Arbeitslosen, damit er nicht verhungern muss und bezahlen die Miete damit er ein Dach über dem Kopf hat. In anderen Ländern fragt man sich da eher, warum man den Leuten überhaupt helfen soll.
Bei der Bildung streiten wir darüber ob die Schüler nun 12 oder 13 Jahre für ihr Abitur brauchen, ob die Studenten jetzt 500 Euro pro Semester Studiengebühren zahlen sollen oder nicht. Klar sind das für uns wichtige Fragen, aber an wenn man sich vor Augen hält, dass in sehr vielen Ländern dieser Welt die Kinder gar keine Möglichkeit haben überhaupt eine Bildung in Anspruch zu nehmen, doch wieder nur Kleinigkeiten.
Ich denke daran sieht man, dass es uns schon sehr gut geht und unsere wichtigen Probleme, im Vergleich zum Großteil der restlichen Welt doch eigentlich mehr oder weniger Luxusprobleme sind. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass wir dadurch die glücklicheren Menschen sind.
Glück hängt ja eigentlich nicht vom materiellen Wohlstand ab, eher das Gegenteil. Es zeigt sich ja immer wieder, dass die Menschen, die am wenigstens haben am glücklichsten sind. Sie lernen die wichtigen Dinge des Lebens zu schätzen, wir dagegen suchen schon fast nur noch danach, wie wir wieder irgendwas verbessern können, wo wir wieder irgendwo rummeckern können und stressen uns nur selber, weil wir nicht mehr mit dem zufrieden sein können, was wir haben.
So schlimm die Bilder für uns auch sind, die man oft aus Afrika, Südamerika oder Asien sieht, so muss man auch sagen, dass man darauf meist mehr Leute erkennt die Lachen, als bei Bildern aus Deutschland. Also ich denke, dass die Menschen in der 3.Welt sicher glücklicher leben als wir und wir unser Glück hier leben zu dürfen gar nicht zu schätzen wissen.
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:: Klehmchen
:: Beiträge 2335:: 711.82 Talkpoints ::  |
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Ich stimme zu, dass es uns gut geht, wobei das natürlich immer abhängig ist von der eigenen Erwartung ist, die man an das Leben hat. Wir leben in einem Staat, in dem im Notfall Unterstützung gewährt wird, das ist in vielen anderen Ländern nicht so. Trotzdem ist es hart zu sehen, wie zum Beispiel alleinerziehende Mütter ihr Hartz IV strecken müssen, ihren Kindern seltenst mal etwas zukommen lassen könne, was in anderen Familien ganz normal ist, Kinobesuche zum Beispiel oder ein Geburtstagsgeschenk. In den Nachrichten habe ich gehört, dass für solche Kinder jetzt eine Klassenfahrt bezahlt werden muss, ohne Begrenzung eines Höchstbetrags, um Ausgrenzung zu vermeiden, dass finde ich richtig.
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:: herbsttag
:: Beiträge 67:: 24.63 Talkpoints |
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Hallo,
ich finde dieses Thema sehr interessant. Ich denke, dass es jedem, der hier liest und schreibt gut geht. Wir alle haben einen Wohnsitz, genug Essen und wenn wir wirklich mal überlegen auch keine "wirklichen" Sorgen. Wie die anderen schon sagen, ist es am aller wichtigsten überhaupt übeleben zu können. Dieses ist allerdings inmanchen Ländern nicht gesichert.
Natürlich denkt man darüber nach, wenn man die Bilder aus Afrika oder anderen weniger entwickelten, armen Ländern sieht, dass man genau diesen Leuten, die dort in Armut leben, helfen müsste. Es ist traurig zu sehen, wie die Leute dort in Baracken leben und nichts zu essen haben.
Ich würde jetzt sagen, ich bin glücklich, wenn ich mit meinem Umfeld gut zurecht komme, also könnten die "armen" Leute doch auch glücklich sein. Doch ich denke, dass wir in den entwickelten, mehr oder weniger etablierten Staaten schön zu verwöhnt sind. Niemand hier sehnt sich wirklich nach Essen oder Trinken. Vieles, was wir begehren zu haben, sind "Lebenszusätze" und Sachgegenstände. Keiner muss mehr ums Überleben kämpfen, wie es einst auch hier der Fall war.
In der reichen Gesellschaft, wird viel zu viel auf Sachgegenstände und äußere Wertigkeiten geachtet. Dabei ist es wirklich wichtig gesund zu sein.
Zur anderen Seite, denke ich, dass Menschen immer danach streben werden besser zu sein. Wer hilft schon seinem stärksten Konkurrenten? Das liegt denke ich in der Natur. Jeder Organismus versucht der Beste zu sein, um überleben zu können. Bei Tieren, genauso wie bei Pflanzen (Menschen zähle ich zu Tieren, da wie auch nur Säugetiere sind). Bei Tieren ist das Beispiel am krassesten. Wenn ein neugeborenes Tier krank ist, oder sich nicht richtig entwickltet hat, wird es von der Mutter einfach seinem eigenem Schicksal überlassen und hat somit keinerlei Überlebenschancen. Daher denke ich, dass das "Ellenbogenverhalten" völlig normal ist. Wer tut das nicht?
Ich Biologie besprechen wir gerade das Thema Genetik. Auch da wurde uns gezeigt, dass nur die stärksten überleben können. Irgendwie ist das ja schon, wenn man mal darüber nachdenkt, sehr egoistisch und naiv. Doch irgendein Grund wird das schon haben, sonst hätte uns unser Schöpfer anders konzipiert.
Rein menschlich müssten wir den ärmeren Ländern eigentlich helfen. Doch ich leider stellt sich die Frage, ob unsere Hilfe dort gebraucht wird. Wir sehen den gesellschaftliche Standart auf unserer Seite und Afrika als "arm". Doch die Afrikaner sehen und als "reich" an. Wenn man ihnen nun Geld gibt, werden sie damit wohl keine Aktien kaufen und sich aus der Armut heben. Ich denke, sie würden ihr Leben genauso weiterleben.
Von einer Studentin, die in Afrika habe ich gehört, dass wenn sie den Leuten Geld gab, diese sich Drogen und anderes gekauft haben.
Ich denke nicht, dass wir wirklich helfen wollen. WIr sind zufrieden, wenn wir auf unserem schönen Sofa sitzen und kümmern uns dann nicht um andere oder ärmere Leute. Wenn wir es wirklich wollten, hätten wir schon längst was unternommen.
Gruß, kiwitamin
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:: kiwitamin
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