vom 17.10.2008
Talkteria: U-Bahnschläger, Kameraüberwachungssystem
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U-Bahnschläger, Kameraüberwachungssystem

Forum: Aktuelles

    
In letzter Zeit gibt es ja schon die Diskussion darüber, dass trotz zahlreicher Kameras in U-Bahnen und an Haltestellen trotzdem immer wieder ziemlich gewalttätige Ausschreitungen passieren, beispielsweise in München. Zu diesem Thema habe ich in den Nachrichten gesehen, dass die Kameras in manchen Städten gar nicht und in anderen nur sporadisch von Mitarbeitern überprüft werden, also nur zwischendurch ein Blick auf das Geschehen an den Stationen bzw. in der Bahn geworfen wird.

Erst vor nicht all zu langer Zeit ist ein Kollege von mir hier in Hamburg in der U-Bahn (also in der Bahn, nicht an der Station) ziemlich heftig verprügelt worden, weil er verbal eingeschritten ist als zwei junge Männer ein Mädchen belästigt haben. Sie haben ihn sogar bewusstlos geschlagen und er lag einige Zeit im Krankenhaus, musste am Kiefer und im Gesicht genäht werden. Andere Fahrgäste haben übrigens auch nichts unternommen, weder wegen der Belästigung am Mädchen noch wegen der heftig Auseinandersetzung von zwei (später kam noch ein dritter) Leuten gegen Einen. Nachdem er bewusstlos war scheint aber irgendjemand Hilfe gerufen zu haben, aufgewacht ist er dann nämlich erst im Krankenhaus wieder.

Gestern war er nun nochmal bei der Polizei um Anzeige zu erstatten und seine Aussage zu Protokoll zu geben. Die Polizei setzt sich deswegen nun natürlich mit der Verkehrsgesellschaft zusammen, um nach Möglichkeit die Überwachungsaufzeichnung zu sehen und so eventuell ein Fahndungsbild der Täter zu bekommen, was ja auch ein toller Pluspunkt an der videoaufzeichnung sein soll.


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Das ziemliche Debakel an der Sache: Bisher wissen wir noch nichts darüber, wie ihm letztlich aus der Bahn geholfen wurde. Ob jemand über den Notrufschalter im Zug Hilfe gerufen hat oder sich jemand kräftiges selbst darum gekümmert hat ihn aus der Bahn zu bekommen und dann Hilfe zu holen. Sollte letzteres der Fall sein, und der Vorfall der Verkehrsgesellschaft nicht direkt mitgeteilt worden sein, dann sind die Überwachungsbänder nämlich schon lange gelöscht, da sie aus Datenschutzgründen nur 24 Stunden aufgehoben werden. Mein Bekannter selbst hatte in diesem Zeitraum weder die Möglichkeit die Polizei zu informieren, noch es der Verkehrsgesellschaft zu melden, da er 24 Stunden nach dem Vorfall natürlich noch im Krankenhaus und nicht gerade zu irgendetwas fähig war. Bei der Polizei hat sich vor ihm auch niemand wegen dieses Vorfalls gemeldet, deswegen denke ich ist es unwahrscheinlich, dass irgendjemand der Verkehrsgesellschaft Bescheid gegeben hat.

Was haben wir nun also von der Videoaufzeichnung, die ja viele dadurch rechtfertigen, dass sie präventiv wirken soll (ha, ha) und wenn das nichts hilft wenigstens zur Aufklärung beitragen soll, wenn sich in der Gesellschaft niemand darum kümmert, dass Vorfälle auch nur irgendwo gemeldet werden? Sollten die Bänder für solche und ähnliche Fälle etwa länger aufgehoben werden?! Dazu höre ich die Datenschützer bereits schreien. Doch wie soll man solche Probleme durch die Kameras auch nur ansatzweise lösen?

Für meinen Kollegen stellt sich die Situation nun genauso dar als wenn es eh keine Kameras gegeben hätte, denn die Aufzeichnungen stehen ja nicht mehr zur Verfügung und geholfen hat ihm von der Leiststelle aus sowieso erst recht niemand. Er selbst kann sich an die Täter kaum erinnern, vom dritten hat er nicht mal ein Gesicht gesehen. Was bringen denn die von einigen Leuten hochgelobten Videoaufzeichnungen? Keine Prävention und keine Hilfe. Nichts als ein vollkommen trügerisches Gefühl von Sicherheit.
  
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Taline hat folgendes geschrieben:
Für meinen Kollegen stellt sich die Situation nun genauso dar als wenn es eh keine Kameras gegeben hätte, denn die Aufzeichnungen stehen ja nicht mehr zur Verfügung und geholfen hat ihm von der Leiststelle aus sowieso erst recht niemand. Er selbst kann sich an die Täter kaum erinnern, vom dritten hat er nicht mal ein Gesicht gesehen. Was bringen denn die von einigen Leuten hochgelobten Videoaufzeichnungen? Keine Prävention und keine Hilfe. Nichts als ein vollkommen trügerisches Gefühl von Sicherheit.

Wie du schon sagst VOLLKOMMEN trügerisch, die einizige Hilfe die solche Kameras bieten können, sind für Unfälle die bereits am Tag darauf gelöst werden können.

ICh weiß nicht wie das bei euch so läuft, aber in Österreicht in Wien werden die Bänder glaub ich nach 3 Tagen überspielt oder sonst was und sind danach eben nciht mehr zu gebrauchen. Zwar wurden schon oft einige Fälle damit gelöst aber ein großteil und das sind meist die schweren Fälle, wie die deines Kollegen, bleiben dann doch ungelöst.

Taline hat folgendes geschrieben:
Was haben wir nun also von der Videoaufzeichnung, die ja viele dadurch rechtfertigen, dass sie präventiv wirken soll (ha, ha) und wenn das nichts hilft wenigstens zur Aufklärung beitragen soll, wenn sich in der Gesellschaft niemand darum kümmert, dass Vorfälle auch nur irgendwo gemeldet werden? Sollten die Bänder für solche und ähnliche Fälle etwa länger aufgehoben werden?! Dazu höre ich die Datenschützer bereits schreien. Doch wie soll man solche Probleme durch die Kameras auch nur ansatzweise lösen?

Ich verstehe allerdings auch nicht den Staat, der meint, dass aus Datenschutzgründen und um den Menschen ein Gefühl von Privatsphere vermitteln zu wollen, alle Bänder nach kürzester Zeit wieder löscht denn was bringt es den Leuetn, wenn man sie sowieso schon aufnimmt, dass man die Bänder nach so kurzer Zeit weider löscht?

Eine der vielen nicht-nachhvollziehbaren Entscheidungen der Regierung. Mein Beileid zu dem Vorfall deines kollegen und ich hoffe es geht ihm wieder gut!
  
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