vom 10.10.2008
Talkteria: Zuhause mit Kindern bleiben Luxus?
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Zuhause mit Kindern bleiben Luxus?

Forum: Familie & Kinder

    
Hallo,

ich bekomme kein Erziehungsgeld mehr und bin nun gezwungen arbeiten zu gehen. Ich bin sehr neidisch auf die Mamis, die auch, nachdem das Erziehungsgeld nicht mehr bezahlt wird, trotzdem zu Hause bleiben können. Ich habe leider nicht das Glück. Ich finde es schade, dass Familien in dieser Hinsicht nicht gleichgestellt sind.

Es ist daher in meinen Augen ein Luxus, wenn eine Mutter sagen kann, dass sie die ersten 3 oder gar 5 Jahre nach der Geburt des Kindes zu Hause bleiben darf. Ich wünschte ich könnte das auch – ich könnte dann so viel mit meinen Kindern unternehmen. Daher verstehe ich die Mütter nicht, die zu Hause bleiben und ihre Kinder trotzdem an Großeltern abschieben, weil sie ja so gestresst sind und etwas Freiraum für sich brauchen.

Wie geht es euch dabei, wenn ihr nach einem Jahr wieder arbeiten müsst?
  
:: ChocWhite :: Beiträge 7:: 4.30 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Du meinst wohl Elterngeld, Erziehungsgeld gab es 2 Jahre oder in manchen Bundesländern sogar 2,5 bis 3 Jahre.

Ich finde es ehrlich gesagt nicht schlimm, wenn ein Kind nach einem Jahr in die Krippe geht - im Gegenteil ist es eine Bereicherung für das Kind, wenn es eine andere Umgebung kennenlernen kann und mit Gleichaltrigen in einer Gruppe gemeinsam Dinge unternimmt. Kinder lernen dadurch sehr viel - sowohl was das Verhalten Anderen gegenüber angeht als auch sprachlich und motorisch, da sie sich viel von älteren Kindern oder Gleichaltrigen, die in einem Bereich weiter sind, abgucken. Ich zumindest finde es somit eher kontraproduktiv, wenn das Kind wie früher üblich 3 volle Jahre nur bei der Mutter bleibt. Daher finde ich du solltest dir kein schlechtes Gewissen machen und dir klar sein, dass deinem Kind - auch wenn es anfänglich vielleicht Anpassungsschwierigkeiten haben kann - die Krippe sicherlich Spaß macht und das die Mutter-Kind-Bindung wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann absolut nicht beeinträchtigt.

Negativ finde ich auf der anderen Seite diesen Druck, den man hat, nach genau einem Jahr wieder arbeiten zu gehen. Man ist ja quasi gezwungen, ab dem 13. Monat einen Krippenplatz zu finden, da man sonst - zumindest als Normalverdiener - finanzielle Probleme bekommt. Da es aber noch nicht genug Krippenplätze gibt, finde ich das Elterngeld für 12 Monate angesichts der noch unzureichenden Betreuungssituation total unangebracht bzw. viel zu früh umgesetzt! Und da gebe ich dir völlig Recht, Besserverdienende haben diesen Stress nicht und können sich ruhig ein paar Monate mehr Zeit lassen, und das finde ich schon ungerecht.
  
netti78 :: netti78 :: Beiträge 2801:: 30.38 Talkpoints :: Auszeichnung für 2000 Beiträge Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Ich finde es ehrlich gesagt gut, wenn die Kinder etwas abstand bekommen um mit anderen Kinder gemeinsam im Kindergarten, in der Krippe oder sonstwo das Leben entdecken. Somit werden die Kinder sicher mehr lernen als zuhause mit den Eltern auf keine Problematik zu stoßen. Die Kinder lernen, sich durchzusetzten, Freundschaften zu gründen, etwas selbständiger zu werden. Ich kenne Mütter, wo die Eltern am Kind kleben ebenso wie die Kinder an der Mutter. Das ist echt schade. Man will immer das, was man nicht hat. Die Kinder sehen, dass die Mutter arbeiten gehen muss. Das ist ein Vorbild für die Kinder und weist ihnen den richtigen Weg in Richtung Zukunft.
Grüße
  
:: nick1 :: Beiträge 374:: -7.73 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Hallöchen,

also ich bekam 3 Jahre Erziehungsgeld damals bei meinem Sohn, jedoch bin ich nach dem ersten Jahr schon arbeiten gegangen, da ich einfach kein Mensch bin, der lange Zeit (außer im Urlaub und dann meist auch nur eine Woche) zuhause bleiben kann den ganzen Tag und den Haushalt machen kann.

Bin sozusagen keine geborene Hausfrau, d.h. ich mache den Haushalt schon jedoch muss ich mal aus dem Haus kommen und arbeiten gehen. Das gehört zu meinem Leben sozusagen nebenbei Geld zu verdienen und nicht den Mann als Alleinverdiener zu lassen.

Mein Sohn ging als er ein Jahr alt wurde zu einer Tagesmutter, die noch 4 weitere Kinder hatte, also 5 insgesamt und so lernte er schon den sozialen Kontakt zu anderen Kindern in seinem Alter. Wollte ihn zuerst in den Kindergarten geben, jedoch sah man eine "Ausbildung" nicht als Arbeit an und so gab es nur die Möglichkeit der Tagesmutter, die ihren Job super erledigte.

Ich finde es keineswegs schlimm, wenn man als Mutter arbeiten geht, im Gegenteil. So sieht das Kind andere Kinder und kann so neue Kontakte kennenlernen. Es gibt hier im Ort genug Eltern die nicht arbeiten und bei denen der Mann als Alleinverdiener steht. Diese arrangieren sich sozusagen anders dan, um nicht zuhause zu sitzen, u.a. mit ehrenamtlichen Tätigkeiten im Kindergarten oder in der Gemeinde, damit ihnen sozusagen nicht die Decke auf den Kopf fällt.

Im vorigen Kindergarten wurde ich schon "komisch" angeschaut, weil ich arbeiten gehe, sozusagen meine Ausbildung durchgezogen habe. Ich musste u.a. auch früher (um 23.00 Uhr) vom Elternabend heim gehen, damit ich um halb 6 morgens wieder aufstehen konnte. Da wurde man schon etwas skeptisch angeschaut, weil man gegangen ist, aber das war mir egal.

Ich finde es außerdem ein gutes Vorbild für die Kinder, wenn man arbeiten geht und damit zeigt, das man für sein Geld arbeiten gehen muss. Mein Sohn besucht ich öfters auf der Arbeit, da ich fast neben dem Kindergarten in der Filiale arbeite und so doch sehr viele Vorteile habe. Ich kann mir auch gut vorstellen, das Kinder bei ihren Müttern, die zuhause den ganzen Tag sind dies abschauen und es später genauso machen, ala meine Mutter hat dies auch getan und genau das ist der falsche Weg.

Schau positiv nach vorne, denn das ist kein Luxus in meinen Augen, wenn der Mann als Alleinverdiener und Versorger da steht.

lieben Gruß,
SybeX
  
SybeX :: SybeX :: Beiträge 3494:: 26.16 Talkpoints :: Auszeichnung für 3000 Beiträge Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Hallo,

natürlich ist es eine gewisse Form von Luxus, wenn eine Mutter jahrelang für ihre Kinder daheim bleiben kann und der Vater in der Lage ist, die Familie mit seinem Einkommen alleine zu finanzieren. Ein Gefühl von Luxus stellt sich aber auch nur dann ein, wenn die Mutter wirklich eine geborene Hausfrau und glücklich in ihrer Mutterrolle ist.

Ich für meinen Teil würde dies weniger als Luxus bezeichnen. Würde ich nach einer Familiengründung von meinem Mann hören, ich solle nun bitte daheim bleiben und mich nur noch um den Haushalt und die Familienbedürfnisse kümmern, dann würde ich dies eher als Strafe empfinden. Mir würde es zuwider sein, kein eigenes Geld zu verdienen und permanent finanziell abhängig zu sein. Vor allen Dingen kann ja jede noch so gut funktionierende Familie doch mal auseinander brechen, dann steht die Frau sehr ungünstig da: ohne Geld, ohne Berufserfahrung und eventuell sogar noch fast ohne Freunde, wenn sie sich zu sehr daheim zurückziehen sollt, von Luxus wird dann nichts mehr zu spüren sein.

Daheim bleiben können als Luxus zu betrachten ist daher wahrscheinlich eine Frage der persönlichen Einstellung und Vorlieben.
  
:: Fantasia2009 :: Beiträge 407:: 9.62 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Ich gehe sehr gern arbeiten, bin aber auch gern mit meinen Kindern zusammen. Nach einem Jahr zusammen mit meinem Kind habe ich mich gefreut, wieder arbeiten zu gehen. Ich habe mit Teilzeit angefangen, da ich nicht wissen konnte, wie sich mein Kind in der Krippe fühlen wird. Da das aber sehr gut geklappt hat, bin ich nach ca. 2 Monaten wieder Vollzeit arbeiten gegangen.

Es gab auch für mich kaum eine andere Alternative. Ich habe insgesamt 5 Kinder und mein Mann ist körperbehindert, so daß er lange Zeit keine Arbeit gefunden hat. Ich mußte also die Familie ernähren. Das war schon ein großer Druck, der auf mir lastete. Als ich aber gesehen habe, daß meine Kleine sehr gern in die Krippe ging und da viele Freunde gefunden hat und auch viele Unternehmungen mitgemacht hat, die ich ihr nie hätte bieten können, war ich zufrieden. Meine Kleine geht gern in die Krippe, freut sich aber auch, wenn ich komme. Dann nehme ich mir viel Zeit für sie und meine anderen Kinder. Auch das Wochenende gehört meinen Kindern. Dann unternehmen wir alle gemeinsam etwas, was ich mir ohne meine Arbeit nicht leisten könnte.

Ich denke, meine Kinder sind mit dieserLösung sehr zufrieden. Sie sehen von Anfang an, daß man arbeiten gehen muß und das es für sie dennoch schöne Alternativen gibt, wenn die Mama nicht da sein kann. Nur ich selber komme dabei etwas zu kurz. Ich weiß nicht, wie lange es her ist, daß ich zusammen mit meinem Mann mal ausgegangen bin oder einfach nur ins Kino gegangen bin. Man kann eben nicht alles haben.
  
:: lorelei911 :: Beiträge 237:: -0.85 Talkpoints
 
 
 
   
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