uropäische Panzerabwehrraketen vom Typ „Milan“ könnten schon bald in Libyen eintreffen, zumindest wenn es nach dem Willen der EADS Tochter MBDA geht – ein unterschriftsreifer Vertrag über den Waffendeal in Höhe von 168 Millionen € sei fertig, so eine Sprecherin des Rüstungskonzerns. Ein weiterer Vertrag über 128 Millionen € betreffs des Verkaufs von Kommunikationssystemen stehe ebenfalls kurz vor Vertragsreife. Beide Meldungen wurden von Hervé Morin, französischer Verteidigungsminister, bestätigt, so z. B. gegenüber RTL am Freitag: "Es gibt eine Kaufabsichtserklärung". Eine Ministeriumskommission habe dem Geschäft ebenfalls zugestimmt.
Libyen stand in den letzten Monaten vor allem wegen der Affäre um die zum Tode verurteilten bulgarischen Krankenschwestern weltweit in den Schlagzeilen. Die libysche Führung distanzierte sich übrigens u. a. in der "Al-Sharq al-Awsat“ von Äußerungen des Gaddafi Sohns Seif al-Islam al-Gaddafi, der erklärte, daß die Krankenschwestern u. a. deswegen freigelassen worden, weil Paris den Libyern den besagten Deal über die „Milan“ Raketen offerierte sowie ein weiteres Projekt in Aussicht stellte, welches sich um die Entwicklung neuer Waffensysteme für das nordafrikanische Land drehe. Von weiteren Äußerungen des Gaddafi Sohnes distanzierte man sich ebenfalls mit dem Hinweis, daß "Gaddafis Sohn […] kein offizielles Amt in diesem Staat aus[übt], weshalb das, was er sagt, für den Staat auch nicht bindend ist."
Frankreich geriet bereits kurz nach der Freilassung der Krankenschwestern in die internationale Kritik, weil es ein Memorandum über die mögliche Lieferung eines Atomkraftwerkes zur zivilen Nutzung an Libyen unterzeichnete. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy bestritt jegliche Zusammenhänge zwischen der Freilassung der Krankenschwestern und möglicher Deals mit Libyen. Die Oppositionsparteien in Frankreich verlangen derweil aufgrund dieser Neuigkeiten die Einrichtung einer parlamentarischen Kommission, die weitere Einzelheiten des Handels aufklären soll.
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:: Midgaardslang
:: Beiträge 4333:: 100.43 Talkpoints ::  |
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Man fragt sich wirklich, was da zwischen Frankreich und Lybien abläuft! Hatte Sarkozy nicht eine moralische Außenpolitik versprochen? Immerhin weiß man jetzt, wie diese wohl aussieht! Wozu muß man Lybien Panzerabwehrraketen verkaufen bzw. liefern? Denn nur aus Spaß kaufen die diese Dinger bestimmt nicht Da kann man mal sehen, wie schnell sich ein "Schurkenstaat" zu einem Geschäftspartner entwickeln kann. Jedenfalls wird das wohl nicht das letzte Geschäft zwischen den beiden Nationen gewesen sein!
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:: volkswirt
:: Beiträge 133:: 50.05 Talkpoints |
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Ich kann mir gut vorstellen dass die Franzosen das mit den Lybiern ausgekungelt abend, dass die Bulgaren freigelassen werden und man im Gegenzug Waffen liefert. Wenigstens werden die Raketen verkauft und nicht verschenkt.
Aber generell stehe ich dem Waffenhandel mit so undemokratischen Staaten sehr skeptisch gegenüber. Ich finde wir sollten die Waffen nur unter uns NATO Staaten und anderen wichtigen Verbündeten verkaufen.
Aber Geld regiert nunmal bekanntlich die Welt.
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:: Jack R
:: Beiträge 893:: 1.13 Talkpoints |
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Das ist aber noch nett von Dir, Libyen nur einen "undemokratischen" Staat zu nenne, vor allem wenn man an die libysche Politik denkt, wie sie mit den Tuaregs umgehen oder an Lockerbie.
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:: SambaBoy
:: Beiträge 793:: 1.35 Talkpoints |
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Ja ich wollte damit nicht nur Libyen meinen, sondern auch andere Staaten mit denen man in letzter Zeit Geschäfte macht. Die US Regierung will doch auch Waffen an z.B. den Saudis.
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:: Jack R
:: Beiträge 893:: 1.13 Talkpoints |
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