Naja anfangen....hassen wohl eher
Aber ich geb Dir trotzdem ein paar Antworten...
Mit den virtuellen Tagebüchern liegst Du schonmal sehr richtig.
Blog ist nur die Kurzform von Weblog, was nicht anderes als "Netzlogbuch" bedeutet. Blogs gibt es schon seit bestimmt 10 Jahren, nur in den letzten Jahren scheint die Gemeinschaft der Blogger - oder auch nur "Blocker", da sie nur wertvolle Kapazitäten blocken - rasant anzuwachsen. Wahrscheinlich wie Jamba! - hats einer, wollens alle, egal wie bescheuert es ist, aber egal.
Früher hießen die Dinger auch noch Online-Tagebücher und wurden dir von fast jedem Provider hinterhergeworfen, nur wollte sie keiner. Wahrscheinlich, weil damals die Technik noch etwas komplizierter war und Wissen erforderte.
Na genug geflamet, Restkritik kommt am Ende .
In einem Blog kannst Du im Grunde immer zu jeder Stunde und Sekunde deine "Gedanken" veröffentlichen, oder je nach Fähigkeiten, auch Videos und Bilder. Und das ist im Grunde schon alles, natürlich gibt es hier und da auch noch Blogs mit speziellen Features, die angeboten werden, aber das wesentliche Element aller Blogs ist die Möglichkeit, Daten jedweder Form, meistens als Text, im Web zu veröffentlichen.
Da es sich bei Blogs meist nur um Content Management Systeme handelt, bei denen Du wie erwähnt Text, Bilder und das grobe Layout bestimmen kannst, sind die Möglichkeiten oft sehr begrenzt, n00biez sind allerdings trotzdem oft schon sehr schnell überfordert und damit ganz gut bedient. Man darf aber Blogs nicht mit Homepages oder anspruchsvoll gestalteten Seiten verwechseln, falls das mal einem Blog passiert, ist es eher den Fähigkeiten des Nutzers zu verdanken als dem CMS. Egal welches Sytem verwendet wird, es sind immer Webpublishing Systeme. Gabs auch schon früher beim ganz alten Windows, das heute keiner mehr kennt. Ein Gästebuch funktioniert ganz ähnlich.
Du kannst Dir ein kostenloses Blog holen, was von dem einen oder anderen mittlerweile angeboten wird oder dir Webspace anmieten und dort ein CMS oder Blog installieren oder einfach dieses bereits fertig eingerichtet anmieten. Wie gesagt, das es das kostenlos gibt, setzt sich dieses Modell mehr und mehr durch.
Aber: keine Kosten = keine Freiheiten, oder nur sehr wenige.
Manch einer sieht in Weblogs eine neue Form des Journalismus. Ich muß Dir ehrlich sagen, dass das eher romantische Verklärung darstellt, da die meisten Blog-User ihren Senf, der sich in ihren Köpfen absetzt, einfach nur ins Internet stellen - die wenigstens enthalten gut recherchierte Informationen, sondern viel mehr nur dumpfes Blabla.
So wenig wie ein mit dem Handy gefilmter Tornado keinen Journalismus darstellt, so wenig stellt ein Kommentar zur Bildzeitung oder dem Frisör um die Ecke einen journalistisch wertvollen Beitrag dar. Man könnte es also maximal als Reportage sehen.
Solange es Foren gibt, in denen man sich frei austauschen kann, sehe ich in Blogs keine echte Alternative, die Gedanken die dort dargestellt werden sind meist extrem subjektiv, extrem naiv und stellen meist vom Niveau nichts dar - eben wie ein Tagebuch, man darf sich als Leser vielleicht einen voyeuristischen Einblick erwarten, aber die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten sind sehr begrenzt.
Meiner Meinung nach von Langweilern & Versagern im Internet für Langweiler & Versager im Internet, vor allem, da viele Blogs vor logischen und orthographischen Fehlern so strotzen, das selbst die "Bild" dagegen als "National Geographic" erscheint. Wirklich, wie Du merkst, bin ich kein Freund dieser Dinge, aber ich könnte hier locker 1000 Blogadressen posten, wo einer lächerlicher als der andere ist - eine Tragikomödie an sich.
Außerdem können Blogs manipulativer als Foren wirken, eben aufgrund der sehr starken Subjektivität, also nicht wundern, wenn mehrere Zusämmenhängende Blogs auf einmal etwas bejubeln oder verdammen - häufig werden auch diese mittlerweile fremdgesteuert, denn was ist leichter, als dem User ein "unabhängiges Blog" vorzugaukeln, das klamheimlich Werbung für irgendjemand macht ?? Wie willst Du es objektiv feststellen (können)? Als n00b fast unmöglich, außer Du bist von der helleren Sorte.
Da Blogs selten gelöscht werden, müllen Sie im Grunde nach und nach das Netz zu, vergleichbar wäre dies damit, das deine Tageszeitung von Tag zu Tag immer mehr Kommentar und Leserbriefboxen enthält, der Anteil der "wahren" Information geht mehr und mehr unter.
Aber vielleicht stellen sie aufgrund dieser Tatsache bald eine Goldgrube dar - sowohl für SozioHistoriker als auch für Freunde des gemütlichen Hackens, da sehr viele eben aus ihrem Leben und persönliche Dinge bloggen, die sich leicht kombinieren lassen und Rückschlüsse erlauben.
Falls Dich die Neugier dennoch quält, poste ich (oder ein anderer User dieses Forums) mal ein paar Seiten, auf denen es gratis Blogs zum rumprobieren gibt - wo es freien Webspace gibt, steht schon im Forum, auf dem Du ein CMS oder oder oder installieren kannst. Das erfordert aber meistens so ein wenig Grundintelligenz, die man von Bloggern selten verlangen kann .
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