Früher wurde es halt das Trauerjahr genannt. Daher auch der Brauch, das man ein Jahr in Schwarz geht und eben auch keine öffentlichen Vergnügungen besucht. So streng wird das aber heut selbst im ländlichen Bereich nicht mehr gesehen.
Allerdings kann man auch nicht pauschal sagen, das es nur noch ältere Leute so machen, das sie wirklich ein Jahr in Schwarz gehen. Zumindest zähle ich meine Schwiegermutter noch nicht zu den alten Leuten und sie hat jetzt erst, eineinhalb Jahre nach dem Tod ihres Mannes, die Farben gelockert.
Da allerdings nicht aus Trauer, sondern wegen dem Reden der Leute. Ja, viele tragen die Trauerkleidung über einen längeren Zeitraum nur wegen dem Umfeld. Weil eben gerade auf dem Dorf eher deswegen getrascht wird, wenn man zu früh wieder in normaler Kleidung gesehen wird.
Allerdings hängt die Trauer ja nicht von der Kleidung ab. Ich selbst habe nur bis zur Beisetzung meines Vaters dunkle Sachen getragen. Und danach, ich war sowieso komplett in eine neue Stadt gezogen, habe ich wieder meine normalen Sachen getragen. Aber ich wusste auch, das mein Vater nicht wollte, das ich das nach Aussen so präsentiere. Denn Trauer ist im Kopf und im Herzen und nach Aussen nicht wirklich sichtbar.
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