Zeit nach Notenschluss sinnvoll nutzen

vom 26.07.2012, 21:30 Uhr
Der Notenschluss ist ja schon mindestens zwei Wochen vor Schuljahresende. Ab diesem Termin quälen sich Schüler und Lehrer nur noch durch bis zum Ferienbeginn. In der Stadt sieht man im Moment viele Schulklassen lustlos mit ihrem Lehrer herumwandern. Es ist für die Lehrer schwer, die Kinder volle zwei Wochen noch für irgendetwas zu motivieren. Irgendwann resignieren sie dann wahrscheinlich auch und versuchen nur noch, die Zeit totzuschlagen.

Mein Sohn hat zum Beispiel im Moment immer später Schule und kommt manchmal sehr früh nach Hause. Bei jedem einigermaßen warmen Sommerwetter wird Hitzefrei gegeben. Sinnlose Projekte werden durchgeführt mit vielen Pausen, um die Zeit aufzublähen.

Was habt ihr früher nach Notenschluss noch gemacht, bzw. macht noch? Wir hatten früher (vor 40 Jahren) eigentlich immer noch normalen Unterricht, so weit ich mich erinnere. Wir wussten gar nichts von Notenschluss. Vielleicht war er auch später, ich weiß es nicht. Wie könnte ein Lehrer die letzten zwei Wochen des Schuljahres sinnvoll gestalten, wenn die Schüler absolut keine Lust mehr haben, vor allen Dingen die älteren?
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» anlupa » Beiträge: 10355 » Talkpoints: 0,10 »


Wir haben in dieser Zeit immer die Klassenfahrt gemacht. Dann hat man sich nicht mehr sinnlos in der Schule rumdrücken müssen und hat noch eine schöne Zeit gehabt. Wenn wir keine Klassenfahrt gemacht haben, dann durften wir uns meistens selber aussuchen, was gemacht wird. Also an den letzten beiden Tagen noch einen Wandertag oder Schwimmbadbesuch. Die restliche Zeit haben wir einfach abgesessen oder Unterricht im Freien gemacht. Die Lehrer hatten auf diese Zeit meistens auch nicht so richtig Lust und das merkte man ihnen auch an.
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» Ramones » Beiträge: 15043 » Talkpoints: 666,75 »

Wir haben nach dem Notenschluss nur noch eine Woche "Schule" gehabt. Ich habe das in Anführungszeichen geschrieben, da man das nicht mehr als Schule bezeichnen konnte. Bei uns findet jedes Jahr nach Notenschluss ein fächerverbindender Unterricht statt, kurz FVU. Dabei führen die Klassen Ausarbeitungen zu den unterschiedlichsten Themen durch und sind damit von Montag bis Mittwoch beschäftigt.

Die Themengebiete sind wirklich immer sehr vielfältig und jede Klasse macht etwas anderes. Ich finde diese Lösung sehr gut, allerdings kann man es auch schlecht treffen, wenn man ein langweiliges Thema abbekommt und sich diese 3 Tage quälen muss. Denn in der Regel kann man sich die Themen nicht direkt aussuchen, zumindest in den unteren Klassen nicht. Wir Oberstufler hatten da schon etwas mehr Entscheidungsfreiheit. Hinzu kommt, dass die Lehrer während dieser Zeit alles etwas lockerer sehen. Sie sind zwar zur Betreuung eingeteilt und begleiten die Schüler bei ihren Ausarbeitungen, aber die meisten Lehrer halten sich dann nicht mehr an die Zeitvorgaben, wie lang der FVU am Tag gehen soll und lassen die Schüler eher nach Hause gehen.

Am Donnerstag der letzten Schulwoche haben wir jedes Jahr unser traditionelles Schulfest. Das beginnt mit einer etwas langweiligen Pflichtveranstaltung, die aus Reden, Danksagungen und Ehrungen besteht. Danach geht das Fest los und jeder kann sich bis mittags um 1 beschäftigen.

Ich finde die Zeit nach dem Notenschluss an unser Schule alles in allem gut genutzt. Mit dem FVU verbindet man Spaß mit Unterricht, richtig ernsthafter Unterricht wäre ohnehin nicht mehr gut möglich.
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» Schnuffline » Beiträge: 834 » Talkpoints: 87,52 »


Bei uns ist das so, dass wir nach Notenschluss nicht mehr in die Schule gehen. Wir strengen uns das ganze Jahr an und arbeiten hart für gute Noten. Dann haben wir endlich den Notenschluss erreicht und haben keine Prüfungen mehr vor uns. Wir fragen dann die Lehrer, was noch für Themen anstehen und ob diese Themen wichtig sind. Wenn diese Themen nicht wichtig sind, dann sagen wir den Lehrern, dass wir nicht mehr kommen. Bei den ersten beiden Malen haben sie noch gelacht, allerdings haben wir es durchgezogen und mittlerweile ist es normal. Am letzten Schultag kommen wir noch die Zeugnisse holen und dann heißt es richtig Ferien.
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» petertreter » Beiträge: 1437 » Talkpoints: -2,03 »

Es ist wirklich so, ich bin selbst noch Schülerin und ich finde es in dieser Zeit sinnlos in die Schule zu gehen. Als ich noch nicht in der Kursstufe war kam dann auch ziemlich schnell die Bücherabgabe und man hatte eigentlich nicht mal mehr etwas zum Arbeiten. Der viele Ausfall der Stunden liegt daran, dass die Lehrer meist nicht nur eine Klasse haben sondern mehrere und bei jeder dabei sein müssen um über die Verhaltens- und Mitarbeitsnote jedes einzelnen zu reden.

Nun bin ich aber in der Kursstufe in den letzten zwei sinnlosen Wochen haben wir einmal eine Studienfahrt gemacht. Damit fiel eine Woche schon mal weg. In den letzten 3 Tagen gab es aber Lehrer die noch Unterricht gemacht haben. Nur mit einer Lehrerin waren wir Eisessen.

Eine gute Idee fand ich die unseren Gemeinschaftskundelehrers, dieser hat einen Experten zu einem behandelten Thema eingeladen und dieser hat über seine Arbeit gesprochen, mit uns diskutiert und uns viele Fragen beantwortet. Dabei hat man etwas gelernt, einen Experten gehabt und einfach mal etwas anderes gemacht.
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» JudY1612 » Beiträge: 21 » Talkpoints: 9,39 »

Bei uns ist es leider doch so, dass die Zeit "totgeschlagen" wird. Der Notenschluss liegt nun beinahe 2 Wochen zurück und wirklich viel Sinnvolles haben wir seither nicht mehr gemacht. Es gibt noch einige Fachlehrer, die ihren Unterricht weiterhin mehr oder weniger normal abhalten, doch die Mehrheit entscheidet sich für den Weg, die Zeit lieber abzusitzen. Man merkt es den Schülern und auch den Lehrern schon mehr als deutlich an, dass kaum mehr Interesse oder gar Lust am Lernen und Unterricht vorhanden ist.

Als letztes Bundesland, das in die Sommerferien "startet", sind wir in Bayern dabei in einer besonderen Rolle. Von Freunden, die in anderen Bundesländern wohnen, höre ich, dass sie frei haben und viele von ihnen sind bereits im Urlaub, während ich noch die Schulbank drücken muss. Manchmal wünschte ich, man könnte noch Unterricht machen in den letzten Tagen, da die Zeit somit schneller vergehen würde, wie ich finde. Andererseits ist die Motivation bei allen im Keller, weshalb nicht mehr viel sinnvoller Stoff durch genommen werden könnte.

Da die Sommerferien hier doch recht spät beginnen ist es in den letzten Schultagen auch sehr heiß, ein weiterer Grund, weshalb die Meisten lieber nichts tun anstatt sich weiterhin mit komplexen Themen zu beschäftigen. Ein großes Problem ist auch, dass sich viele Schüler die Tage "frei nehmen". Das heißt, sie sind "krank" und erscheinen nicht zum Unterricht, weil sie einfach keine Lust mehr auf die Schule haben und wissen, dass es keinerlei Konsequenzen haben wird. Die Noten sind vergeben, die Tests geschrieben und das Jahr mehr oder weniger bereits mental "abgehakt".
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» Lily » Beiträge: 62 » Talkpoints: 53,40 »


Auf der höheren Schule war es bei uns so, dass wir die letzte Schulwoche nur noch die Zeit totgeschlagen haben. Wir haben uns ein Kissen mitgebracht und die Stunden verschlafen oder Computerspiele und Karten gespielt. Ab und zu hat ein Lehrer sich erbarmt und hat uns früher gehen gelassen oder ist mit uns in eine Kneipe gegangen.

Auf der Berufsschule war es noch einfacher. Die Zeugnisse waren geschrieben und auch die Fehlstunden waren uninteressant. Also durften wir früher gehen. Ob wir noch auf die Arbeit mussten, war dem Betrieb überlassen oder man ist einfach nach Hause gefahren. Da wir eh die Abschlussklasse waren und di
Lehrer hier sehr locker waren, ging das an sich problemlos.
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» Wibbeldribbel » Beiträge: 6858 » Talkpoints: 114,71 »

Ich fände das an sich ja auch praktischer, wenn die Schüler vom Notenschluss nichts erfahren würden, weil man dann eben durchaus einfach weiter unterrichten könnte oder es wäre auf jeden Fall besser, wenn dieser Notenschluss später angesetzt wäre, also vielleicht nur 3-4 Tage vor dem Schuljahresende. Bei uns war das an sich ganz unterschiedlich. Wir hatten an unserem Gymnasium vor zwei Jahren einen Lehrerwechsel und da lief das dann so ab, dass eben jeder Lehrer das machte, was er wollte. Die einen Lehrer unterrichteten einfach weiter und sagten den Schülern dann, dass diese Noten auch zählen würden, sie würden nämlich für das nächste Jahr angerechnet werden. Glauben tat das natürlich keiner und wirklich motiviert war da keiner im Unterricht. Diese Lehrer waren aber auch nur Ausnahme, die meisten Lehrer hatten auch keine große Lust und gingen anders voran.

Es gab dann die Lehrer, die meisten Filme über Filme schauen zu müssen und dann etliche DVDs mitbrachten (einige schauten fachbezogene Filme und andere einfach nur welche zur Unterhaltung), es gab auch ganz kreative Lehrer, die dann die Schüler die Stunden einfach nur ''absitzen'' ließen, dass hieß also man kam herein und machte was man wollte, bis es schellte, was war schon irgendwie daneben und die meisten alberten dann herum oder lasen, knipsten auf ihren Handys herum und so weiter. Dann gab es auch Lehrer, die etwas unternehmen wollten und dann mit den Schülern Eis essen gegangen sind oder so und ein Mathelehrer hat seine Klasse vor ein Gebäude mit einer spezifischen Form gesetzt und diese das abzeichnen lassen. Natürlich gab es auch die Lehrer, die meinten ihre Schüler mit irgendwelchen Spielchen begeistern zu müssen, aber auch hier beteiligten sich in der Regel nur wenige.

Als es dann diesen Schulleiterwechsel bei uns gab, engagierte sich dieser Schulleiter für Projektwochen vor der Zeugnisvergabe und das war leider auch nicht viel besser. Die einzelnen Klassen sollten sich die Projekte zusammen mit den Lehrern selbst aussuchen und da kam in der Regel nichts pralles bei raus, einige Klassen bastelten dann irgendwas, andere machten Projekte um die Schule etwas zu verschönern, wieder andere unternahmen irgendwelche Reisen und am Ende präsentierten sie dann Bildercollagen oder Power Point Präsentationen zu dieser Reise und so weiter und so fort. Wirklich was gescheites kam da auch nicht bei rum und teilweise wurden dann Schüler aus den Oberstufen angeheuert die jüngeren zu betreuen. Wenn Klassen Ausflüge unternahmen, waren das eigentlich immer die begehrtesten Projekte, es durften aber eben nicht alle Klassen verreisen und nicht alle konnten aus finanziellen Gründen.

Ich denke, dass man eigentlich kaum irgendwelche sinnvollen Unternehmungen für diese Zeit ansetzen kann. Mir fallen da ein paar Dinge ein, die ich während der Schulzeit nicht angebracht finde. Bei uns gab es beispielsweise mal eine Studienberatung über drei Tage und davor eine Berufsberatung, die auch zwei Tage dauerte. Solche Dinge könnte man ja dann beispielsweise schon mal am Ende des Schuljahres setzen, wobei das sicherlich auch nicht immer klappt, weil diese Leute auch andere Schulen besuchen und da würde da eben nicht funktionieren. Und ansonsten kann man auch nicht viel machen, Klassenfahrten könnte man hier ansetzen, wobei das auch stressig wäre und die ganzen Projekte geben an sich nichts her. Ich würde es immer noch für das Beste halten, das ganze zu verkürzen und dann den Unterricht quasi nur drei bis vier Tage vor der Zeugnisvergabe beenden würde.
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» Crispin » Beiträge: 7960 » Talkpoints: 34,68 »

Dass die Lehrer ihre Schüler oft früh gehen lassen, kann man ihnen nicht verübeln. Was sollen sie auch mit ihren Schülern sonst machen? Die Schüler sind kaum noch zu etwas zu motivieren und auch die Lehrer selbst kommen mir etwas lustlos vor.

Als ich auf der Realschule war, waren wir ziemlich oft Eis essen. Außerdem haben wir fast jeden Tag einen Film geschaut, oder haben Geschichten gelesen. Als ich dann jedoch in der Oberstufe auf ein Gymnasium kam, war die Zeit nach Notenschluss leider nicht mehr so lustig. So weit ich mich erinnern kann, haben wir immer normalen Unterricht gemacht, oder haben Lektüren gelesen.
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» Prinzessin_90 » Beiträge: 10410 » Talkpoints: 1.070,45 »

Wenn ich höre, dass es in der Oberstufe anders sein soll und da tatsächlich noch Unterricht stattfindet, fange ich an, mich darauf zu freuen. Ich persönlich finde es einfach schrecklich, wie in den letzten tagen die Zeit einfach totgeschlagen wird! Ich habe immer das Gefühl, meine Zeit zu verschwenden und dass ich zu Hause etwas Sinnvolleres machen könnte als in der Schule.

Das, finde ich, drückt die Motivation dann besonders und dann ist es auch kein Wunder, dass weder Schüler noch Lehrer besonders große Lust haben und sich nicht aufraffen können, überhaupt etwas zu tun. Man muss ja keinen trockenen Unterricht machen, aber einfach nur herum sitzen oder in der Stadt spazieren zu gehen halte ich für vollkommen sinnlos. Das kann man besser planen und dann auch angenehmer gestalten. Nicht alle Schüler freuen sich über diese "geschenkten" Stunden. Es ist wirklich schlimm, man schaut andauernd auf die Uhr und sieht, wie sich die Zeiger kaum merklich im Schneckentempo weiterbewegen und denkt nur daran, wie lange man es denn doch noch aushalten muss. Ich kann wirklich verstehen, warum manche lieber zu Hause bleiben.
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» Lily » Beiträge: 62 » Talkpoints: 53,40 »

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