Sternsinger anpöbeln weil unerwünscht?

vom 04.01.2012, 18:57 Uhr
Familie, Partnerschaft, Kinder, Behörden, Haushalt, Ratgeber ...
Ich bin es eigentlich aus meiner Heimatstadt so gewohnt, dass die Sternsinger durch die Straßen laufen und überall klingeln. Wer Interesse hat, öffnet die Tür, wer keines hat, der lässt es einfach bleiben. Hier allerdings, wo ich nun wohne, muss man die Sternsinger explizit einbestellen. Nachdem ich sehr verwundert darüber war, wurde mir erklärt, dass sich wohl viele Leute früher darüber gestört gefühlt haben, dass die Sternsinger einfach so kommen und so muss man sie nun direkt einbestellen, ansonsten kommen sie nicht. Mancher hätte sich wohl darüber sehr aufgeregt und die Kinder sogar angepöbelt, weshalb nun auch immer ein Erwachsener mit geht, damit so etwas nicht passieren kann.

Wie findet ihr das? Habt ihr das auch schon einmal erlebt, dass die Sternsinger irgendwie angepöbelt werden? Geht bei euch auch immer ein Erwachsener mit? Gibt es Fälle, in denen die Sternsinger unerwünscht sind? Wie geht man damit um?
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» Vampirin » Beiträge: 5984 » Talkpoints: 406,56 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Wo ich aufgewachsen bin, kenne ich es auch nur so, dass die Sternsinger an dem Tag der Heiligen drei Könige an allen Haustüren klingeln. Wir haben dann auch immer geöffnet und uns das Lied angehört. Die Sternsinger haben Süßigkeiten für sich bekommen und eine Spende für Notleidende Kinder. Für uns war das immer selbstverständlich und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, diese Kinder beschimpfen und sich gar beschweren. Das ist schon wirklich eine Sauerei und daher kann ich gut verstehen, wenn dann ein Erwachsener mitgeht.

Hier im Ort habe ich noch keine Sternsinger gesehen, da die meisten hier evangelisch sind. Aber es ist schon ein starkes Stück, dass die Sternsinger nun bestellt werden müssen, weil sie angepöbelt wurden.
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» Nelchen » Beiträge: 13296 » Talkpoints: 19,25 » Auszeichnung für 13000 Beiträge

In meinem Heimatort haben die Sternsinger auch eine bestimmte Route und gehen nur zu einigen wenigen Wohnungen. Das liegt aber mehr daran, dass wir in einer ländlichen Gegend leben und die kleine Gruppe Sternsinger ein großes Gebiet abzuarbeiten/-fahren hat.

Ich habe noch nie erlebt, dass Sternsinger angepöbelt oder in irgendeiner sonstigen Weise belästigt wurden. Gehört sich auch nicht. Hat schon was leicht asoziales, wenn Erwachsene sich vor Kindern, die eigentlich nur gutes tun wollen, nicht benehmen können. Denke mal, dass das die absolute Ausnahme ist.
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» Hoffi » Beiträge: 405 » Talkpoints: 1,43 »


Also manche Leute kann ich einfach nicht verstehen. Wenn ich mich von den Sternsingern gestört fühle, dann öffne ich doch einfach nicht die Tür oder? Stattdessen mache ich ihnen auf, um sie dann anzupöbeln, weil sie mich gerade in meiner Ruhe stören? Es handelt sich doch meistens bei den Sternsingern noch um Kinder und an denen würde ich meinen Frust sicherlich nicht grundlos auslassen. Dass extra ein Erwachsener mitlaufen muss, um die Kinder bei möglichen Zwischenfällen zu verteidigen, kenne ich so nicht. Ich finde es sogar in gewisser Weise sehr merkwürdig, dass sie so einen Schutz benötigen. Immerhin handelt es sich um eine kirchliche Organisation und man muss bedenken, dass die Kinder auch ihre Freizeit opfern von Haus zu Haus zu gehen und vielleicht nicht einmal dafür etwas bekommen. So etwas sollte man doch schätzen.
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» iCandy » Beiträge: 1584 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 1000 Beiträge

Ganz so wie beschrieben kenne ich es nicht. Hier habe ich seit Jahren keine Sternsinger gesehen, die ohne Begleitung eines Erwachsenen waren. Aber ich denke, dass das einen anderen Grund hat. Die Erwachsenen haben mehrere Listen mit, auf denen sie Namen ausstreichen. Das heißt, wer nicht katholisch ist, steht nicht mehr auf der Liste. Dort wird auch nicht geschellt. Treffen sie jemanden nicht an, kommen sie ein zweites Mal und schellen, erst dann streichen sie den Namen aus der Liste. Für mich heißt das, dass sie die Menschen zwingen, einen Obolus zu geben. Sie schellen auch nicht nur einmal, sondern mehrmals hintereinander, was manche dazu verleiten wird, ein paar passende Worte zu sagen. Ich habe auch erlebt, dass eine Nachbarin nicht die Tür geöffnet hat. Sie schimpften dann so laut, dass ich es in meiner Wohnung verstanden habe. Mag sein, dass es überall anders gehandhabt wird.
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» Cid » Beiträge: 13186 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 13000 Beiträge

Aus Bayern kenne ich es auch, dass die Sternsinger an nahezu jeder Tür geklingelt haben. Allerdings ist das auch schon einige Jahre her, wer weiß, wie das inzwischen gehandhabt wird. Hier im Raum Berlin Brandenburg ist mir noch nie ein Sternsinger untergekommen, der von sich aus an meiner Tür geklingelt hat. Da hier zu weiten Teilen früher die DDR war, leben hier erwartungsgemäß reichlich Menschen, die mit Religion entweder nichts am Hut haben oder sogar missmutig bis ungehalten werden, wenn ihnen jemand als bekennender Religiöser über den Weg läuft und seine Meinung kund tut. Hier in der Gegend könnte ich mir schon vorstellen, dass Sternsinger lauthals angepöbelt würden. Zum Einen ist das Pöbeln hier in der Region weit verbreitet (Auch wenn die Einheimischen das als normalen Tonfall bezeichnen) und zum anderen wird es komischerweise als völlig normal gesehen, wenn Kinder zu Halloween von Tür zu Tür aus Eigennutz betteln gehen aber im Gegensatz dazu von vielen Menschen schief beäugt, wenn Kinder für die Kirche und einen guten Zweck "betteln" oder besser gesagt Spenden sammeln. Ich kann das nicht nachvollziehen, aber das hat vermutlich was mit der sozialen Prägung zu tun.
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» trüffelsucher » Beiträge: 6507 » Talkpoints: 35,33 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Ich habe hier auch schon ewig keine Sternsinger mehr gesehen. Ich kenne das noch aus meiner Kindheit, denn da haben diese am 6. Januar immer an allen Haustüren geklingelt. Dabei mussten diese nicht zwingend katholisch sein, denn wir sind auch evangelisch und bei uns haben sie eben auch mehrfach geklingelt. Warum man die Kinder dann anpöbeln muss, kann ich aber auch nicht so wirklich verstehen. Dann kann man die Tür doch auch einfach zu lassen - es ist ja nicht so, dass die Kinder dann minutenlang Sturm klingeln, bis jemand die Tür öffnet. Also ich würde die Kinder bestimmt nicht anpöbeln. Ein Erwachsener war damals aber auch nie dabei, die Kinder kamen immer alleine und haben dann eben um eine Spende gebeten. Hier in der Gegend scheint es aber nicht üblich zu sein, dass Sternsinger bei den Leuten an der Haustüre klingeln, denn ich wohne schon fast 4 Jahre hier und habe noch nie welche gesehen. Kommt wohl auch immer auf die Region an.
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» MeL.G » Beiträge: 4893 » Talkpoints: 0,20 » Auszeichnung für 4000 Beiträge

Ich war früher auch zwei Male als Sternensänger aktiv und bin damals im einen Jahr durch unser Nachbardorf gezogen und beim anderen mal bin ich mit einer größeren Gruppe durch die Stadt und habe hier auch an jeder Tür geklingelt und mit anderen gesungen, jedoch habe ich nie solche Erfahrungen gemacht, dass wir von irgendwelchen Leuten angepöbelt oder beschimpft wurden. Vielleicht sollte ich aber auch dazu sagen, dass ich es eigentlich nur so kenne, dass unsere Gruppe stets von einen oder auch mehreren Erwachsenen begleitet wurde. Aber auch wenn die Erwachsenen nicht dabei gewesen wären, könnte ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wieso man unhöflich gegenüber den Sternensängern werden sollte.

Viel mehr habe ich des häufigeren auch erlebt, dass man uns ganz einfach die Tür nicht geöffnet hat - Auch wenn wir als Sternensänger sehr wohl gesehen habe, dass jemand zuhause war, hier und da standen sogar kurz vorher noch Leute am Fenster und haben uns bei den Nachbarn zugesehen und uns dann die Tür nicht geöffnet. Heute muss ich ehrlich gestehen, dass ich auch zu diesen Menschen gehöre, die eigentlich lieber nicht von den Sternensängern "gestört" werden möchten. Wenn ich daher daran denke, dass diese gerade unterwegs sind und ich schon sehe, dass sie meine Nachbarn "belästigen", dann mache ich auch die Tür nicht auf. Aber das man angepöbelt wird, kann ich mir bei uns einfach nicht vorstellen.

Auch wüsste ich gar nicht, welche Menschen man in diese Kategorie einordnen sollte. Eigentlich hat man ja eher das Bild vom mürrischen alten Opa oder einer alten Oma im Kopf, die nicht gestört werden will, aber bei Sternensängern sind meiner Meinung nach auch alte Menschen recht froh und offen und freuen sich, wenn diese erscheinen. Ich glaube daher, dass es sich bei den Pöbelein in deiner Gegen eher um Einzelfälle handelt, die sich vielleicht ein bisschen zugespitzt haben.
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» damomo » Beiträge: 3341 » Talkpoints: 44,57 » Auszeichnung für 3000 Beiträge

Da ich auch eher vom Land komme, kommt so etwas bei uns nicht vor und bin auch sehr überrascht. Es handelt sich ja um Kinder, die Geld sammeln, um es an Menschen zu spenden, die Hilfe nötig haben. Ich kann mir zwar denken, dass viele Leute geizig sind, oder finanziell nicht gerade gut dastehen, allerdings braucht man deswegen die Kinder ja nicht anzupöbeln. Es genügt doch, einfach die Tür nicht aufzumachen. Bei uns zum Beispiel kommen in der ersten Jänner-Woche meist vier "Bettlergruppen". Zu allererst die Neujahrsbläser, die ich persönlich auch eher unnötig finde, dann die Sternsinger, dann noch die "Glöckler" und die "Ratscher", ich weiß nicht ob es die letzten beiden in Deutschland auch gibt. Jedenfalls mag ich die gar nicht, da dieses Geld bekanntlich meist in Alkohol investiert wird.

Wie auch immer, ich kann mir vorstellen, dass man nach diesem Spendenmarathon genervt ist und sein Geld selbst behalten will, aber Kinder anzupöbeln, die eine gute Sache tun, ist eine absolute Frechheit und diese Leute sollten sich schämen
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» mendacium. » Beiträge: 734 » Talkpoints: 10,15 »

Als bei uns im Ort geht in der Regel immer ein Erwachsener mit und ich kenne das auch gar nicht anders, man kann schließlich Kinder in dem Alter nicht einfach alleine auf die Straße lassen und sagen, hey, macht mal. Wenn ich im Januar früher bei meiner Großmutter war, war es immer der Pfarrer selbst, der mit den Sternsingern umherzog. Aber die Kinder alleine habe ich noch nirgendwo erlebt, dass ist schließlich nicht nur, um die Kinder vor dem anpöbeln zu schützen, sondern in erster Linie einfach, weil sie ohne Betreuung gar nicht klar kommen, meist sind das doch Kindergarten- und Grundschulkinder, die das machen, die muss man dann nicht selten auch noch fahren muss.

Das Leute die Sternsinger anpöbeln kann ich nicht ganz nachvollziehen, schließlich sollte es doch wohl einem erwachsenen Menschen möglich sein, es vernünftig zu sagen und nicht gleich auszuflippen und rumzunörgeln. Das ist nicht nur unreif, sondern auch fehl am Platz, es sind doch nur Sternsinger und keine von den Typen, die einem an der Tür Staubsauger und schnellere Internetleitungen andrehen wollen.

Was ich aber durchaus nachvollziehen kann, ist dass Menschen Sternsinger anpöbeln, die es nicht gebacken bekommen ihre Adresslisten zu überarbeiten. So ist das nämlich bei uns. Seit etwa vier Jahren sagen wir ihnen immer wieder und wieder, dass wir kein Interesse an ihrem Gesinge haben, aber natürlich kommen sie jedes Jahr wieder, mit dem Versprechen es weiter zu geben, so dass nächstes Jahr keiner mehr kommt. Das geht einem dann irgendwann doch ziemlich auf den Keks und beim fünften Jahr ist man dann vielleicht nicht mehr ganz so nett, wie erwünscht.
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» Crispin » Beiträge: 8423 » Talkpoints: 6,70 » Auszeichnung für 8000 Beiträge

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