Lebenslauf nicht länger als eine Seite?

vom 09.12.2011, 13:52 Uhr
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Je älter an wird, je mehr Erfahrung man im Leben in Berufen gesammelt hat und je öfters man die Arbeit gewechselt hat, desto mehr steht ja im Lebenslauf drin, wenn man sich irgendwo bewerben soll und will. Aber neulich sagte ein Bekannter, der bei der Arbeitsagentur einen Kurs belegt hat, wo man lernt richtig Bewerbungen zu schreiben, dass man einen Lebenslauf nicht länger als eine Seite schreiben soll.

Was aber, wenn man wirklich mehr "Posten" hat, die auch interessant für den weiteren beruflichen Werdegang scheinen? Wie lang darf ein Lebenslauf wirklich sein und wenn er nur eine Seite lang sein darf, was macht man dann mit den "Posten", die nicht mehr auf die Seite passen?
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» Diamante » Beiträge: 33518 » Talkpoints: 12,75 »


Habe in der Schule ebenfalls gelernt, dass ein Lebenslauf genau eine Seite füllen sollte. Jedoch kann ich mir, wie du auch nicht vorstellen, wie man dies bewerkstelligen soll, wenn man schon etwas mehr an Berufserfahrung gesammelt hat. Ich komme frisch aus der Schule und suche nun nach einem Job, sogar bei meinem Lebenslauf geht es sich gerade noch auf einer Seite aus. Wenn da noch ein bisschen was dazukommen würde, wäre es zwar möglich diese Informationen auf die Seite zu quetschen, jedoch wäre dies dann wohl nicht mehr wirklich übersichtlich.

Habe aber, als ich mich um meine Bewerbungen bemüht habe, gesehen, dass es auch einen EU-Lebenslauf gibt. Dieser Lebenslauf ist zwar nicht verpflichtend, soll jedoch dabei helfen, dass die Lebensläufe bei Bewerbungen innerhalb der Europäischen Union eine gewisse Form haben. Dabei ist mir, als ich mir eine Vorlage diesbezüglich vom Internet heruntergeladen hatte, aufgefallen, dass dieser standardisierte Lebenslauf, nicht wie ich es gelernt habe nur auf eine Seite fixiert ist, sondern sogar schon in der Vorlage sehr wohl über mehrere Seiten geschrieben ist.
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» User92 » Beiträge: 933 » Talkpoints: 1,57 »

Also ich bin der Meinung mal gehört zu haben, dass oftmals auch mehr als eine Seite gut ankommt. Sicher verwechselst du das mit dem Bewerbungsanschreiben. Denn dort sollte man darauf achten, dass alles kurz und knapp formuliert ist, sodass man den Arbeitgeber nicht schon anfangs langweilt, weil das Anschreiben ja häufig das erste ist, was in einer Bewerbungsmappe erscheint und was der Unternehmer auch lesen wird.

Der Lebenslauf kann dann so ausführlich sein wie möglich, ich finde es sogar besser für den Arbeitgeber, wenn er gleich etwas mehr über dich erfährt, so kann er sich ein besseres Bild von dir machen und du hebst dich mitunter vielleicht sogar von anderen Bewerbern ab.

Gerade wenn man dann schon mehrere Stationen in seinem Berufsleben durchlaufen hat, dann kann es schon vorkommen, dass man für den Lebenslauf eine zweite Seite anfangen muss. Ich würde dir dann aber dazu raten, ein extra Blatt zu nehmen und nicht einfach das Papier beidseitig zu beschreiben. Zwar wäre das die umweltbewusstere Alternative und bei Blättern, die man handschriftlich schreibt macht es mir auch nichts aus, aber gerade am Computer, wenn das Papier noch etwas dünner ist, würde es mich stören, wenn die Schrift auf der Rückseite dann durchschimmert und man sie auf der Vorderseite bereits lesen kann. Deswegen lieber ein extra Blatt nehmen.

Wenn es dich so sehr stört, dass der Lebenslauf länger als eine Seite wird, kannst du ja unwichtige Kleinigkeiten heraus lassen. Wir haben zum Beispiel in der Schule gelernt, E-Mail, Telefon- und Handynummer anzugeben, ich habe jedoch immer noch die Festnetznummer angegeben, die meisten Arbeitgeber werden sicher auch anrufen, weil es viel persönlicher ist als eine Mail zu schreiben. Ansonsten würde ich einfach die Schriftgröße etwas heruntersetzen. Schriftgröße 12 wäre angebracht, Schriftgröße 10 ist gerade noch akzeptabel, aber drunter würde ich nicht gehen, da es sonst schon unleserlich werden könnte.

Versuche am besten alles ein bisschen knapper zu formulieren, sprich keine ganzen Sätze, eher Stichpunkte und Nebensächlichkeiten einfach raus streichen. So habe ich bei meinen Lebensläufen immer bei schulischer Werdegang geschrieben: Realschule Ortsname statt den vollständigen Namen der Schule und noch den Ortsnamen. Das hätte nie in eine Zeile gepasst, weil meine ehemalige Schule einen ziemlich langen Namen trägt.
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» iCandy » Beiträge: 1584 » Talkpoints: 0,00 »


Der Lebenslauf soll nicht mehr als zwei Seiten umfassen. Wird es dann eng, dann kann man mit Schriftgrößen und Zeilenabständen ein wenig spielen, damit es vom Platz her passt, gut aussieht und trotzdem lesbar ist. Außerdem sollte man Dinge, welche nicht direkt den beruflichen Werdegang betreffen, auf einer sogenannten dritten Seite unterbringen. Diese kann man auch entsprechend benennen, so das vielleicht oben "Meine zusätzlichen Qualifikationen" stehen kann.

Ich selbst habe schon mehrere Lebensläufe entsprechend umgestaltet, damit sie eben auf zwei Seiten passen. Den besten Auftrag hatte ich dazu im letzten Jahr, als jemand einen vorgefertigen Euro-Lebenslauf aus dem Internet ausgefüllt hatte. Das waren echt acht Seiten, welche ich dann entsprechend eingekürzt habe ohne das was wegfallen musste.
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» Punktedieb » Beiträge: 14208 » Talkpoints: 68,42 »

Ich kann mir kaum vorstellen wie man für einen Lebenslauf mehr als eine Seite brauchen sollte. Sicher, ich habe noch nicht sonderlich viele Stationen auf meinem eigenen stehen und es ist klar, dass der später auch mal länger werden wird. Dafür fallen aber, wenn man sich nicht mehr um einen Ausbildungsplatz sondern um eine Festanstellung bewirbt, schon mal alle Schüler- oder Ferienjobs die man jemals gemacht hat weg und sobald man nicht mehr Minderjährig oder Schüler ist selbstverständlich auch die Angaben zur Familie bzw. den Eltern.

Die Kunst beim Schreiben eines Lebenslaufs ist doch, dass man alles Wichtige drin stehen hat, und das ganze gut komprimiert wiedergeben kann. Pro Arbeitgeber braucht man keineswegs mehr als zwei Zeilen und zur Trennung noch eine leere Zeile. Macht drei Zeilen pro Station, dazu noch die Angaben zum eigenen Personenstand (großzügig gerechnet 5 Zeilen) und dann noch 3-4 Zeilen für Kenntnisse und Fertigkeiten allgemein. Das macht bei Standardtextgröße und normalem Zeilenabstand Platz für Fünfzehn Arbeitgeber-Stationen. Uns bis man die voll hat, ist man doch schon fast in Rente.
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» Taline » Beiträge: 3644 » Talkpoints: 7,74 »

Mein aktueller Lebenslauf ist zwei Seiten lang, wobei ich jeweils meine Tätigkeit, den Zeitpunkt und die Firma, bei der ich beschäftigt war, fett geschrieben habe und darunter dünn in Stichpunkten, was ich dort für Aufgaben übernommen hatte. D.h. wen die Details interessieren, der findet sie und wer nur die groben Daten will, kann nur das Fettgedruckte lesen.

Allerdings sind die beiden Seiten schon recht gut gefüllt, wenn ich in ein paar Jahren noch mehr angehäuft habe, werde ich entweder kürzen müssen oder eine dritte Seite eröffnen.

schon mal alle Schüler- oder Ferienjobs die man jemals gemacht hat weg und sobald man nicht mehr Minderjährig oder Schüler ist selbstverständlich auch die Angaben zur Familie bzw. den Eltern.

Schüler- und Ferienjobs sowie meine Eltern sind bei mir gar nicht erwähnt (warum sollte man denn die Eltern erwähnen?). Aber ich habe manchmal mehrere Teilzeitstellen parallel gehabt oder auch die Schwerpunkte meines Studiums kurz angegeben. Und somit kam einiges zusammen. Auch wenn die Tätigkeiten etwas komplexer waren, braucht man mitunter mehr als eine Zeile, um zu erklären, was man dort für Aufgaben hatte.

Unter der Rubrik Kenntnisse und Fähigkeiten wird ja alles Mögliche aufgeführt, Sprachkenntnisse, EDV-Kenntisse, Weiterbildungen usw. Das sind bei mir bestimmt 10 Zeilen, obwohl ich gar nicht so viel gemacht habe, bei anderen resultiert sicher noch mehr.
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» Zitronengras » Beiträge: 3763 » Talkpoints: 33,84 »


Zitronengras hat geschrieben:Schüler- und Ferienjobs sowie meine Eltern sind bei mir gar nicht erwähnt (warum sollte man denn die Eltern erwähnen?).

In der Schule wurde es mir damals noch so beigebracht, dass Minderjährige, wenn sie sich um eine Ausbildungsstelle oder ähnliches bewerben, Angaben zu ihren Eltern machen sollten. Das ginge darauf zurück, dass man als Minderjähriger ja noch nicht mal seinen Ausbildungsvertrag selbst unterschreiben darf, und des weiteren zumindest theoretisch damit punkten könnte, sofern man eine ähnliche Tätigkeit wie die eines Elternteils anstrebt, dass man dadurch ja den Beruf schon ungefähr kennt und grob weiß, worauf man sich da einlässt. Ob das alles vom Arbeitgeber so berücksichtigt wird mag natürlich ganz anders aussehen, aber meine Deutschlehrerin beharrte damals eben darauf dass diese Angabe für uns als damals Minderjährige Pflicht sei.

Zitronengras hat geschrieben:Unter der Rubrik Kenntnisse und Fähigkeiten wird ja alles Mögliche aufgeführt, Sprachkenntnisse, EDV-Kenntisse, Weiterbildungen usw. Das sind bei mir bestimmt 10 Zeilen, obwohl ich gar nicht so viel gemacht habe, bei anderen resultiert sicher noch mehr.

Darf ich mal fragen was du da alles so stehen hast? Ich kann mir kaum vorstellen wie man dafür zehn Zeilen voll kriegt. Ich bin gelernte Mediengestalterin und liste alle relevante Software die ich beherrsche dort auf, was nicht wenig ist und noch dazu mit langen Namen ausgestattet, und trotzdem brauche ich für alles nur drei Zeilen. Zugegeben, Zertifikate für Kurse oder Sprachkenntnisse besitze ich keine, denn das Ausbildungszeugnis deckt bei mir sowieso 99% der relevanten Informationen schon ab. Und so Dinge wie "ich beherrsche MS Word" sind in meiner Branche einfach so lächerlich, weil das mehr als selbstverständlich ist, deshalb schreibt man ja nicht wirklich komplett alles rein was man so kann. Ich erwähne ja auch nicht, dass ich das Freischwimmer-Abzeichen habe, was ja auch eine erworbene Fähigkeit ist, aber für meinen Beruf einfach vollkommen irrelevant.
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» Taline » Beiträge: 3644 » Talkpoints: 7,74 »

Ich habe das auch so gelernt und wenn beruflich bei mir alles so funktioniert, wie es funktionieren soll, dann werde ich auch nie über eine Seite kommen. Bisher bin ich mit den allgemeinen Angaben, schulischer Karriere, diversen Praktika, Studium, beruflicher Erfahrung und sonstigen Kenntnissen bei etwas mehr als einer halben Seite, daher habe ich noch genug Platz, um etwas hinzuzufügen.

Allerdings erschließt sich mir nun die Frage, wie man das denn machen soll, wenn man wirklich beispielsweise schon 15 verschiedene Stellen gehabt hat. Abgesehen davon, dass ich nicht denke, dass das einen guten Eindruck macht, wenn diese nicht in unterschiedlichen Städten oder Bereichen waren, dann muss man das doch irgendwie unterkriegen. Denn sonst denkt der mögliche Arbeitgeber ja auch, dass man Lücken im Lebenslauf hat und das ist sicherlich nicht empfehlenswert und macht dann gleich einen schlechten Eindruck.

Bevor ich mir darüber den Kopf zerbrechen würde, würde ich wohl dort anrufen und nachfragen wie das aussieht, wenn man schon mehrere Stellen hatte. Ansonsten kann man vielleicht etwas mogeln, wenn man die Schrift kleiner macht. Aber ich würde wohl einfach einen längeren Lebenslauf abgeben, wenn das denn notwendig wäre. Oder bei einem eventuellen vorherigen Anfragen alle "wichtigen" Stellen drauf schreiben und dann als Anhang noch einen vollständigen einlegen, falls der erste eben ansprechend ist, dass dann noch der zweite angeschaut wird. Aber ich denke mal, dass es einfach von Firma zu Firma unterschiedlich ist. Denn in einer Firma, wo ich ein Praktikum absolviert habe, habe ich auch Bewerbungsunterlagen gesehen und da war der Lebenslauf auch länger als eine Seite und das war dort dann kein Problem.
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» Mesmerizing » Beiträge: 6013 » Talkpoints: 64,17 »

Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein, das ist wohl richtig, aber vom Lebenslauf habe ich so etwas noch nicht gehört. Der darf schon länger als eine Seite sein. Wobei die maximale Länge da je nach Ratgeber etwas variiert. Allerdings kenne ich niemanden, der nicht doch mit zwei Seiten auskommt, viele Personen kommen sogar mit einer Seite aus. Es kommt eben sehr darauf an, wie viele Stationen man im Berufsleben schon absolviert hat.

Zu denen einzelnen Stationen im Lebenslauf habe ich bisher auch nur das Wichtigste geschrieben, also Beginn und Ende der Beschäftigung, Name der Firma und Bezeichnung des Postens. Genauere Beschreibungen der Tätigkeiten kann der Arbeitgeber ja dann in den Arbeitszeugnissen oder aber einer Tätigkeitsbeschreibung entnehmen. Denn das lässt sich unter Umständen eher schlecht in wenige Zeilen zusammen fassen.
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» JotJot » Beiträge: 13860 » Talkpoints: 7,44 »

In der Schule wurde es mir damals noch so beigebracht, dass Minderjährige, wenn sie sich um eine Ausbildungsstelle oder ähnliches bewerben, Angaben zu ihren Eltern machen sollten. Das ginge darauf zurück, dass man als Minderjähriger ja noch nicht mal seinen Ausbildungsvertrag selbst unterschreiben darf, und des weiteren zumindest theoretisch damit punkten könnte, sofern man eine ähnliche Tätigkeit wie die eines Elternteils anstrebt, dass man dadurch ja den Beruf schon ungefähr kennt und grob weiß, worauf man sich da einlässt.


Achso, das wusste ich nicht.

Darf ich mal fragen was du da alles so stehen hast? Ich kann mir kaum vorstellen wie man dafür zehn Zeilen voll kriegt. Ich bin gelernte Mediengestalterin und liste alle relevante Software die ich beherrsche dort auf, was nicht wenig ist und noch dazu mit langen Namen ausgestattet, und trotzdem brauche ich für alles nur drei Zeilen.


Also ich habe die fachspezifische Software aufgelistet, mit der ich bisher gearbeitet habe und dann noch die Sprachkenntnisse (bei mir drei Fremdsprachen, wenn bei zweien auch nur Grundkenntnisse) sowie Programmierkenntnisse. Dann habe ich dort noch Kurse/ Weiterbildungen aufgelistet und eine Zeile zu den Hobbys.

Vielleicht ist der Unterschied einfach, dass ich jeweils eine ganze Zeile für einen Punkt und die kurze Beschreibung der Kenntnisse verwende; und die verschiedenen Sprachen habe ich auch jeweils nicht hinter- sondern untereinander geschrieben (z.B. „Russisch – Grundkenntnisse“). Das gefällt mir besser, weil es übersichtlicher ist, wenn auch etwas länger.

Aber ich denke, dass jemand, den z.B. Softwarekenntnisse nicht interessieren, diesen Abschnitt ja einfach überlesen kann. Von daher finde ich es nicht schlimm, etwas mehr Platz zu benötigen. Auch denke ich, dass es einfacher für den Leser ist, wenn gleich alles im Lebenslauf steht als wenn man sich Infos zu den Tätigkeiten aus den Arbeitszeugnissen heraussuchen muss, nur dass man deshalb eben manchmal ein Blatt mehr benötigt.

Ich habe auch oft den Eindruck, dass sich Firmen nur die letzten Stationen im Lebenslauf anschauen. Zumindest wurde ich oft bei Vorstellungsgesprächen vieles gefragt, was deutlich im Lebenslauf stand.
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» Zitronengras » Beiträge: 3763 » Talkpoints: 33,84 »

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