Bewerbung – ungekündigte Stelle wie erwähnen

vom 11.06.2011, 06:48 Uhr
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Wie schon erwähnt sind in meinem Bekanntenkreis einige Personen dabei, sich eine neue Stelle zu suchen. So auch eine gute Freundin. Diese hat eine offene Stelle entdeckt, die ihr gut gefallen würde. Allerdings ist diese Stelle recht kurzfristig (binnen zweier Monate) zu besetzen. Wenn recht schnell eine Entscheidung getroffen wird, dann würde es ihr die Kündigungsfrist ihrer bis jetzt noch ungekündigten Stelle erlauben, zum gewünschten Termin die neue Stelle anzutreten.

Nun überlegt sie aber, wie sie in ihrer Bewerbung formulieren sollte, dass sie derzeit bei einem anderen Arbeitgeber tätig ist. Da sie eine qualifizierte Stellung übernehmen soll und eine solche auch bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber inne hat, müsste man eigentlich mit einer längeren Kündigungsfrist rechnen als das tatsächlich der Fall ist. Sie hat Angst, dass die Formulierung ungekündigte Stelle ihr die Chancen verderben könnte, weil vermutet wird, dass die Kündigungsfrist länger ist.

Als erste Möglichkeit habe ich ihr geraten, diese Frist doch in irgendeiner Form in der Bewerbung zu erwähnen. Was sie aber blöd findet. Als zweite Möglichkeit fiel mir nur ein, das ganze aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: so ist der Eintrittstermin auch ein Wunschtermin, der bei passenden Bewerbern sicher auch um maximal vier Wochen verschoben werden könnte. Wie seht Ihr das? Wie kann man eine ungekündigte Stelle in einem solchen Fall am besten erwähnen, ohne das es dem Bewerber zum Nachteil wird?
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» JotJot » Beiträge: 13859 » Talkpoints: 7,44 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Als wir damals für meinen Mann die Bewerbung geschrieben haben, haben wir dies im Lebenslauf mit vermerkt und dann sind wir beim Bewerbunggespräch nocheinmal direkt darauf zu sprechen gekommen. Bei uns gab es da keinerlei Probleme, da der neue Chef dann die Kündigungsfrist beim alten Arbeitgeber abgewartet hat und dann ihn eingestellt hat.
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» alkalie1 » Beiträge: 5273 » Talkpoints: 24,08 » Auszeichnung für 5000 Beiträge

Einen Eintrittstermin zu nennen halte ich eigentlich nicht für sinnvoll. Es kommt anschließend doch darauf an,wie schnell der zukünftige Arbeitgeber reagiert, da kann es sicher ganz schnell passieren, dass deine Bekannte mit ihrer Kündigungsfrist doch nicht mehr hinterher kommt.

Ich würde im Lebenslauf einfach erwähnen das ich seit Datum X bei dieser Firma beschäftigt bin und zwar ungekündigt. Eventuell würde ich auch nicht den Firmennamen nennen sondern nur einen groben Überbegriff wie zum Beispiel "Branche X mit Tätigkeitsschwerpunkt Y".

Das lässt den neuen Arbeitgeber genug wissen und dieser kann sich ja in etwa selber ausrechnen wann deine Bekannte anfangen könnte zu arbeiten. So unterschiedlich sind die meisten Fristen zur Kündigung ja nicht. Außerdem können solche Dinge ja noch in einem Vorstellungsgespräch näher besprochen werden, anstatt in einer, doch weniger aussagenden Bewerbung.
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» beere » Beiträge: 1296 » Talkpoints: 0,57 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich bin auch dafür, die ungekündigte Position zum Einen im Lebenslauf festzuhalten, denn da gehört sie definitiv rein. Außerdem habe ich in meinen Bewerbungsanschreiben bisher immer in einem der letzten Sätze erwähnt, ob ich arbeitsuchend oder noch beschäftigt bin und wann ich insofern zur Verfügung stehen kann.

Und ich halte dies auch durchaus für sinnvoll, denn wenn man die Fakten nicht gleich auf den Tisch legt und dem potenziellen Arbeitgeber so auch nicht die Möglichkeit gibt, gleich im Vorfeld zu entscheiden, dass seine Anforderungen und die Möglichkeiten des potenziellen Arbeitnehmers nicht miteinander zu vereinbaren sind, dann kann für einen Bewerber doch im Endeffekt höchstens ein Vorstellungsgespräch unter falschen Voraussetzungen dabei herauskommen.

Man hat meiner Meinung nach einfach nur mehr Aufwand und vielleicht auch eine größere Hoffnung, die letzten Endes, wenn nach dem erfolgreichen Gespräch die Frage aufkommt, ab wann man denn verfügbar wäre, doch platzt.

Ich habe jedenfalls bisher noch nicht erlebt, dass man im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs die Anforderungen des Arbeitgebers noch ein wenig verändern, quasi modifizieren, kann. Wenn eine Bewerbung überzeugend ist, überlegt ein Personalsachbearbeiter oder eben der potenzielle Arbeitgeber wohl gern auch im Vorfeld schon, ob er selbst nicht noch einen oder zwei Monate überbrücken könnte, um eben doch diesen Arbeitnehmer einstellen zu können, dessen Bewerbung überzeugend war, sofern er im Vorstellungsgespräch eben auch noch überzeugt.

Deshalb halte ich es für fairer und auch für sinnvoller, gleich die Karten auf den Tisch zu legen. Wenn Deine Freundin sich so sehr für diese eine Stelle interessiert, könnte sie dies ebenfalls in ihrem Anschreiben entsprechend deutlich machen.

Wenn sie also trotz ihrer Möglichkeit des späteren Eintrittstermins als Arbeitnehmerin in diesem Unternehmen in Frage kommt, wird man ihr die Chance, sich vorzustellen, möglicherweise trotz Nichterfüllung des Eintrittsterminskriteriums geben, weiß aber, dass sie eben mit offenen Karten spielt – und genau das kann wiederum stark für sie sprechen, da stehen Arbeitgeber nämlich drauf, ist jedenfalls meine Erfahrung.
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» moin! » Beiträge: 7223 » Talkpoints: 24,80 » Auszeichnung für 7000 Beiträge

Ich habe das Problem auch schon einmal gehabt, als mein Mann Bewerbungen geschrieben hat. Da habe ich unsere Personalchefin gefragt und sie hat mir folgende Formulierung genannt: "Aufgrund meiner 4-wöchigen Kündigungsfrist, zum Monatsende, wäre der früheste Eintrittstermin der ??. Monat 2011"

Ich finde das okay und sie sagt auch man kann das gern im Anschreiben mit erwähnen. Damit weiß der eventuell zukünftige Arbeitgeber auch wann er genau mit dem neuen Mitarbeiter rechnen kann. Da kann er sich dann auch selbst ausrechnen wie schnell er reagieren muss wenn er den neuen Mitarbeiter dringend braucht.
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» nadpat » Beiträge: 1004 » Talkpoints: 0,42 » Auszeichnung für 1000 Beiträge

Schreibe es am besten in den Lebenslauf. Es muss ja nicht gleich etwas negatives sein. Es kann sogar sehr positiv sein. So sieht der Arbeitgeber das man durchhält und nicht von Arbeitgeber zu Arbeitgeber springt. Es kann also auch etwas bringen, das ganze hinein zu schreiben. Man sollte es ausprobieren und schauen wie es ankommt.
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» IamPirat » Beiträge: 397 » Talkpoints: 1,27 »


Als ich mal in der Situation war und mich aus einem Job heraus beworben hatte, habe ich einfach im Bewerbungsanschreiben als letzten Satz geschrieben: "Momentan befinde ich mich in ungekündigter Stellung". Über eine Einladung... und so weiter. Zumindest habe ich es so mal in einer Vorlage im Internet gesehen.

Mir wurde ja mal gesagt, dass es wohl für einen potentiellen Arbeitgeber immer einen besseren Eindruck macht, sich aus einem Job heraus zu bewerben. Aber ich denke, das muss nicht immer so sein. Man wird ja auch gefragt, warum man wechseln möchte und so weiter. Jedenfalls denke ich, man sollte es ruhig kurz im Anschreiben erwähnen. Im Lebenslauf steht es ja ohnehin schon.
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» Jacqui_77 » Beiträge: 2717 » Talkpoints: 18,99 » Auszeichnung für 2000 Beiträge

Wird nun in dem Stellenangebot nach einem direkten Einstellungstermin gefragt oder ist es eher so, dass die derzeitige Stelle ein Aufhänger in der Bewerbung sein soll? Beim letzteren habe ich stets mit einem Satz wie "Zur Zeit arbeite ich als .... in ungekündigter Stellung und suche nach einem neuen Wirkungskreis...." oder dergleichen, begonnen. Diese Empfehlung habe ich seinerzeit aus einem Bewerbungstraining erhalten, aber auch im Internet habe ich davon gelesen. Inzwischen kann sich so etwas aber geändert haben, da es immer wieder andere Richtlinien gibt.

Zusätzlich hat die Information der aktuellen Stelle auch im Lebenslauf eine Berechtigung, aber wenn nun im Anschreiben diese Information einer ungekündigten Stelle detailiert geschildert wird, so sollte im Lebenslauf eben nur stehen: "seit 20xx Berufsbezeichnung, Firma" und es nicht detailierter ausführen.

Einen Einstellungstermin würde ich nun im Anschreiben nur ungern erwähnen. Wenn dieser aber laut Stellenausschreibung gefordert wird, würde ich es etwas schwammiger formulieren und vielleicht in der Bewerbung schreiben, dass dies gern in einem persönlichen Gespräch besprochen werden kann.
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» *steph* » Beiträge: 18444 » Talkpoints: 2,61 » Auszeichnung für 18000 Beiträge

Es ist durchaus nicht unüblich, bei einer ungekündigten Stelle die Kündigungsfrist mit anzugeben. Da weiß der Personalchef, der die Bewerbung liest sofort, woran er ist. Das sollte Deiner Freundin überhaupt nicht peinlich sein.

Vielwichtiger ist es aber anzugeben, warum man sich beruflich verändern will. Diese Gründe sind manchmal gar nicht so leicht nachzuvollziehen. Es reicht nämlich nicht, mitzuteilen, dass man sich beruflich verändern möchte. Das klingt dann nämlich, als wolle man nur weg, weil man an der alten Arbeitsstelle nicht mehr klar kommt. Der Hinweis auf berufliche Aufstiegsmöglichkeiten, die es im alten Beruf nicht gibt, ist da schon ein besseres Argument.

Auch das Gefühl zu haben, seine Möglichkeiten bisher nicht völlig ausgeschöpft zu haben, könnte ein guter Grund zum Wechsel der Arbeitsstelle sein. Und Offenheit ist besser als rein oberflächliche Sätze, die nichts Richtiges aussagen. Damit kann nämlich kein Personalchef etwas anfangen.
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» bigfoot11de » Beiträge: 576 » Talkpoints: 3,40 »

@bigfoot11de: ich habe mir das Anschreiben durchgelesen und besagte Freundin hat recht gut auf den Punkt gebracht, warum sie für diese Stelle geeignet ist und warum sie diese Stelle gern möchte. Es ging wirklich nur um den vorletzten Satz, in dem eben stand, dass sie in ungekündigter Stellung tätig ist und die Kündigungsfrist nur vier Wochen beträgt.

@moin!: Ich denke, dass Du meine Gedankengänge am besten auf den Punkt gebracht hast. Denn gerade in bestimmten Bereichen ist es nicht so klar erkennbar, wie viel Kündigungsfrist ein Mitarbeiter hat. Da macht es durchaus Sinn, diese einfach zu erwähnen, weil sie unter Umständen vielleicht sogar kürzer ausfällt als gedacht.
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» JotJot » Beiträge: 13859 » Talkpoints: 7,44 » Auszeichnung für 13000 Beiträge

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