Hallo, ich habe in der Überschrift das Wort Schulaufgaben benutzt, weil ich nicht nur die reinen Hausaufgaben meine, die die Kinder für nachmittags bekommen, sondern auch z. B. das Üben für Arbeiten/Tests, das Kontrollieren der Mappen vor einem Abgabetermin, etc.
Ich habe ja nun zwei Kinder, eines in der dritten und eines in der ersten Klasse. Mit der Erstklässlerin gibt es überhaupt keine Probleme, ausser dass sie hin und wieder gerne mal ihre Schere, den Kleber oder was auch immer verschlurt.
Bei der Drittklässlerin ist phasenweise schon deutlich mehr Mitarbeit vonnöten... Sie ist unglaublich chaotisch und vergesslich, leider aber nicht "brilliant" genug, um das immer ausgleichen zu können. Versteht Ihr, wie ich das meine? Ich war als Kind (und bin es bis heute... *hust*) auch chaotisch und vergesslich, konnte aber zum Beispiel ein vergessenes Gedicht lernen, indem ich mir die ersten drei Schüler anhörte, die es aufsagen mussten, oder ich habe die Vokabeln, Klassenarbeitshinhalte, den "Zauberlehrling" auf dem Schulweg gelernt.
Aber meine kleine Große schafft so etwas nicht. Stattdessen bekommt sie aufgrund ihrer chaotischen "Arbeitsweise" (und vielleicht einer Prise Faulheit?) ständig Noten, die unter ihrem theoretischen Können liegen. Ihr fallen gute Zensuren nicht in den Schoß, sondern sie muss schon etwas dafür tun. Aber selbst dann schafft sie es, sich irgendwie zu verzetteln.
| :: regentrudchen :: Beiträge 245:: 0.49 Talkpoints |
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Letztens kam sie nach einer Sachkunde-Arbeit nach Hause und erzählte ganz stolz, sie hätte den Weg der Nahrung richtig eingezeichnet, wo doch einige ihrer Freundinnen das Essen auch noch durch den Blinddarm geschickt hätten! Und ich weiß auch nach dem gemeinsamen Üben ganz genau, dass sie um die Bedeutung und Platzierung des Blinddarms weiß!
Aber in ihrer Arbeit hat sie, ungenau, wie sie oft arbeitet, die Linie zu schlurig gezogen, so dass sie erst zu kurz vor dem Appendix die Kurve bekam. Hätte sie sauberer gearbeitet, wäre ihr dafür kein halber Punkt abgezogen worden. Und ein Viertelpunkt hätte für die bessere Zensur gereicht... *kreisch*
Kürzlich bin ich - vor jener Sachkundearbeit - mit ihr extra zu einer (ordentlich arbeitenden) Freundin gefahren, damit sie ihre Mappe mit deren Unterlagen auf Vollständigkeit vergleichen kann. Und dann erfahre ich abends, dass die Lehrerin eine Mustermappe in der Schule hat, in der die Kinder jederzeit nachsehen können, ob bei ihnen alles vorhanden ist... Kann dieses Kind nicht mal von alleine darauf kommen, dass doch diese Mustermappe existiert und ein Nachschauen sinnvoll wäre, wenn sie sich der Vollständigkeit ihrer Mappe schon nicht sicher ist??
Was ich sagen möchte: Obwohl sie soviel könnte, wenn sie sich denn bemühte, klappt es oft nicht, weil sie nicht gründlich liest oder, wie beim Blinddarm, schlurig arbeitet. Oder gar die Unterlagen ganz in der Schule läßt, die sie zu Hause braucht.
Desweiteren habe ich manchmal das Gefühl, dass ich mich mehr um die ordentliche Erledigung ihrer Aufgaben kümmern muss als es eigentlich der Fall sein sollte. Sollte sie nicht selber darauf achten, das Radiergummi zu benutzen anstatt das mit Bleistift Geschriebene zu überschreiben?
Wie handhabt Ihr das? Machen Eure Kinder ihre Schulsachen alle komplett selbstständig? Mit welchem Erfolg? Oder hängt Ihr da auch mitten drin? Und wie kann ich, selber tendenziell eher der chaotische Typ, meinen Kindern eine Arbeitsweise vermitteln, die vor allem der Großen die Schule doch erleichtern würde?
Ich glaube übrigens nicht, dass ich sie für intelligenter halte (wahrscheinlich eine Gefahr für jede Mutter... ) als sie ist. Ich sehe ja, wie sie arbeiten kann, wenn sie denn wirklich mal motiviert ist... Hmm, muss ich vielleicht einfach nur die richtige Motivation für sie finden, die dauerhafter anhält?
Aber sollte es für ein Kind in der Grundschule nicht ganz normal sein, ein guter Schüler sein zu wollen und gerne zu lernen? Braucht es da wirklich noch eine eigene Motivation?
Wie Ihr seht, beschäftigt mich das Thema gerade sehr. Wer weiß, vielleicht wäre sie sogar schon alleine deshalb besser, wenn es mir nicht so unglaublich wichtig wäre, dass sie ihren Begabungen entsprechend gut ist. Das muss ja mitnichten zum Klassenprimus führen...
Aber was kann ich tun, ausser ihr immer wieder zu predigen, wie wichtig Bildung für dies und jenes ist? So, und bevor ich jetzt noch mehr nachdenke und noch mehr schreibe, schicke ich dieses Posting mal schnell ab und hoffe auf Eure Ratschläge!
Da fällt mir noch ein, dass ich manchmal denke, wenn ich doch schon so ein Chaot war und trotzdem gute Noten schaffen konnte, wird sie das doch wohl auch können! Aber sie kann es irgendwie nicht, bzw. nicht immer. In einigen Dingen fällt ihr das Wissen ja durchaus in den Schoß.
Sind meine Erwartungen überzogen? Oder vermittle ich sie so, dass sie sich erst recht verschließt...?
Okay, ich höre jetzt wirklich erstmal auf zu schreiben!
Viele Grüße vom
regentrudchen
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:: regentrudchen
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So, natürlich fällt mir noch mehr zu dem Thema ein!
Sie hat in jeder Klasse ein Übungsbüchlein für Mathe. Darin wird zwischendurch gearbeitet, und vor den Ferien gibt es oft die Ansage, dass man bis Ferienbeginn (der dann noch zwei oder drei Wochen entfernt ist) bis Seite XY die Seiten fertig haben soll.
Diese für mehrere Wochen vorgesehenen Hausaufgaben sind ein Alptraum! Trotz täglichen Erinnerns schiebt sie das solange vor sich her, bis es in Streß und Streit ausartet und sie vor lauter Unglück weint, denn natürlich möchte sie ihre Lehrerinnern ja auch zufriedenstellen und keinen Tadel bekommen.
Um dem vorzubeugen haben wir nun die Vereinbarung, dass sie nun jeden Tag eine halbe Seite machen muss. Da sie manchmal auch etwas mehr Hausaufgaben aufbekommt oder an manchen Tagen ein zeitaufwändigeres Programm ansteht, darf sie auch alle zwei Tage eine Seite machen. Oder natürlich auch vorarbeiten.
Und wenn beim nächsten Mal wieder die Büchlein eingesammelt werden sollen, kann sie sich mal ganz entspannt zurücklehnen!
Trotz aller Vorteile, die ich ihr über das Vorarbeiten rauf- und runtererzählt habe, schaffen wir es gerade so, dass sie alle zwei Tage eine Seite macht.
Um es kurz zu machen: Sie möchte gerne gut sein, aber nichts dafür tun.
Was kann ich also tun?
Viele Grüße vom
regentrudchen
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:: regentrudchen
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