Ich habe in meinem Bekanntenkreis ein Mädchen, dass ist geistig stark behindert. Es ist 19 Jahre und auf dem geistigen Niveau eines 10 jährigen Kindes. Sie bekommt natürlich auch mit, dass Mädchen in ihrem biologischen Alter auch Freunde haben und macht sich auch bemerkbar, wenn sie einen netten Jungen sieht. Die Mutter ist natürlich auch besorgt, dass sie sich mal an den falschen Mann hält. Denn festbinden kann man sie ja nicht und die Mutter meint schon, dass man sich auch in das Mädchen verlieben kann, aber die Männer, die sich in die "Kleine" verlieben dann doch eher das süße kleine Mädchen sehen.
Könnt ihr euch vorstellen einen geistig behinderten Menschen zu lieben? Ich meine hiermit nicht einen Menschen mit einem leichten Down Syndrom, sondern einen Menschen, der wirklich geistig auf der Wellenlänge eines Kindes stehengeblieben ist. Würdet ihr euch als Mutter/Vater Gedanken machen, dass dieses Kind bzw. der Erwachsene im Kinderkopf wirklich an einen Menschen gerät, der es ernst meint oder würdet ihr eher Angst haben dass das Kind an einen Pädophilen gerät, der das Kind in diesem Körper sieht.
Wie sollte man mit einem Kind umgehen als Elternteil, dass wahrscheinlich nie erwachsen wird. Zumindest geistig nicht. Sollte so ein Kind niemals einen Menschen als Partner lieben dürfen? Wie sieht es mit Kinderkriegen aus? Man kann diesen Menschen ja nicht verbieten sich zu vermehren. Sollten behinderte Menschen unter sich bleiben, was Familienplanung und Heirat angeht?
Ich meine jetzt auch keine Behinderung, die eventuell durch einen Unfall entstanden ist und man den Partner schon vor dem Unfall kannte und zu ihm hält. Ich meine eine angeborene Geisteskrankheit bzw. geistige Behinderung.
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:: Diamante
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Ich könnte es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Das Mädchen wird es wohl leider sehr schwer haben. Wenn ich sowas höre tut mir das immer sehr Leid.
Im Gegensatz zu einer körperlich behinderten Person kann ich mir eine Beziehung mit jemandem der geistig behindert ist einfach nicht vorstellen. Ich glaube einfach nicht, dass eine Beziehung unter den Umständen funktionieren kann.
Das Wichtigste bei meiner Partnerwahl ist die geistige Reife, ich möchte jemandem der mit mir auf einem Niveau steht, mich auch mal in die Schranken weißt wenn ich etwas falsch mache. Ich muss das Gefühl haben, dass diese Person ein wenig mehr Lebenserfahrung hat als ich. Dem könnte eine geistig behinderte Person wohl nicht nachgehen.
Sehr wichtig finde ich auch die gemeinsamen Interessen. Mein Partner sollte da schon ein wenig so sein wie ich. Ich habe gemerkt, dass dieses für eine Beziehung ein fast ausschlaggebender Punkt ist. Aber auch das, hat sehr viel mit dem geistigen Alter zu tuen.
Den Punkt den die Eltern des Kindes genannt haben finde ich auch sehr wichtig. Dass das Kind an einen Pädophilen geraten könnte liegt da schon recht Nahe. Ich stelle mir die ganze Situation für die Eltern sehr schwer vor. Diese "Zukunftsaussichten" dauernd vor Augen zu haben. Hut ab für Eltern die so etwas durchstehen.
Sowas bringt mich immer wieder zum Nachdenken. Auch frage ich mich, ob ich überhaupt ein Anrecht dafür habe so etwas hier zu schreiben.
Ich habe einen geistig behinderten Menschen bis jetzt noch nicht kennengelernt und kann mir deshalb nur kühl und emotionslos eine Meinung bilden. Das kommt mir schon sehr hart vor und bringt mich zum grübeln ob die ganze Menschheit nicht einfach sehr kühl ist.
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:: rinalii19
:: Beiträge 146:: 12.35 Talkpoints |
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Ich habe diesen Beitrag nun auch schon vor einiger Zeit gelesen, allerdings nicht gleich geantwortet, weil ich mir die Antwort noch ein wenig durch den Kopf gehen lassen wollte. Bei einem körperlich behinderten Menschen war für mich die Antwort und meine persönliche Ansicht klar. Das könnte ich mir jederzeit vorstellen und auch wenn ich nicht konkret danach suchen würde, kann ich auch nachvollziehen, wenn es Leute gibt, die danach konkret suchen.
Bei geistig behinderten sieht es bei mir jedoch schon auch anders aus. Da sehe ich es doch anders. Eine Beziehung zu einem schwer geistig behinderten Menschen von Anfang an, könnte ich mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen. Für mich wäre eine bestimmte geistige Reife schon sehr wichtig. Ich kann mir geistig behinderte Menschen als Freunde vorstellen, jedoch nicht als Beziehung.
Wenn man sich jedoch in jemanden verliebt und diese Person hat dann einen Unfall oder was auch immer und die Folge wäre eine geistige Behinderung wäre das für mich denke ich kein Trennungsgrund, zumindest behaupte ich das jetzt einmal, weil ich denke schon, dass das eine besonders große Herausforderung für eine Beziehung wäre und vielleicht müsste ich passender sagen, dass ich alles dafür tun werde, dass ich mit dieser Situation dann auch klar komme.
Dass nun aber jemand konkret nach einer Beziehung zu einem geistig behinderten Menschen sucht, kann ich mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen. In diese Situation kann ich mich gar nicht hineinversetzen und wenn ich das konkret in der Praxis miterleben würde, glaube ich, dass ich mir auch meine Gedanken machen würde.
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:: tournesol
:: Beiträge 4976:: 302.19 Talkpoints ::  |
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Das ist ein sehr schwieriges Thema, zumal wir uns als gesunde Menschen ja nur sehr bedingt in die Situation eines geistig behinderten Menschen hinein versetzen können. Wir haben Theorien und Annahmen, wie er denkt und fühlt, aber keinen gemeinsamen Erfahrungshorizont.
Der Punkt, dass jemand ihre Abhängigkeit ausnutzen könnte, ist der, der auch mich beschäftigt. Rein körperlich ist sie eine junge Frau, emotional und intellektuell jedoch ist sie ein Kind. Und diese sind relativ labil gegenüber Autoritäten, wie Eltern, Lehrern, Polizisten oder eben Menschen, zu denen sie sich hingezogen fühlen. Darum sind Vergewaltigungsfälle in diesen Konstellationen ja oft so schwierig: Zumeist teilen die Opfer nicht mit, das ihnen das unangenehm ist, zum einen, weil sie nur bedingt begreifen, wie ihnen geschieht, zum anderen weil man Überlegenen nicht widerspricht. So funktioniert ja auch der sexuelle Missbrauch mit "echten" Kindern. Da wird dann oft argumentiert, man habe gar nicht begriffen, dass der andere den Sex nicht gewollt habe. Ob man damit davon kommt ist dann eine andere Sache, aber solche Fälle sind immer schwieriger als "normale" Vergewaltigungen.
Die Unfähigkeit zur Selbstbestimmung besteht ja aber nicht nur in Hinblick auf sexuelle Wünsche, sondern generell. Wenn ich mit jemandem liiert wäre, der mir so massiv geistig unterlegen ist, wäre ich nie sicher, ob ich ihn nicht vielleicht unbewusst dominiere. Natürlich kann man diese Situation ausnutzen, aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass man mit so einem Partner unabsichtlich leichter in Muster verfällt, wo man einfach alles entscheidet und bestimmt und Bedürfnisse und Wünsche des anderen gar nicht mehr hinterfragt oder auch nur wahrnimmt. Eben, weil man sein Gegenüber nicht ernster nimmt, als ein Kind. Die sind in manchen Dingen ja auch mitbestimmungsberechtigt, es wird diskutiert und erklärt, aber das letzte Wort behalten in wichtigen Fragen die Eltern. Das ist ja generell auch gut so, weil es Kindern an Weitsicht und Lebenserfahrungen mangelt. Bei einem erwachsenen Menschen, der intellektuell erst 10 Jahre alt ist, wäre die Situation wohl recht ähnlich.
Was übrigens den Sex angeht, wäre das für mich wohl auch eher befremdlich. Denn je nach Entwicklungsstufe, weiß mein Partner vermutlich nur bedingt, was wir tun. Die Hormone werden wie bei normalen Erwachsenen ausgeschüttet und der Mensch empfindet Lust. Aber zum Sex gehört meines Erachtens mehr als nur körperliche Reife. Und die emotionale Komponente wäre da irgendwie sehr schwierig. Vielleicht tue ich den Menschen damit auch Unrecht, aber ich käme mir wahrscheinlich ein wenig vor, wie jemand, der ein Kind missbraucht, eben weil mein Gegenüber geistig eines ist. Auch, wenn so jemand körperlich vielleicht sehr attraktiv wäre, bliebe ein komischer Beigeschmack, ich würde mich unwohl dabei fühlen.
Und dann kommt natürlich noch meine Seite hinzu: Von einer Partnerschaft wünsche ich mir auch Rückhalt. Die kann mir ein kindliches Gegenüber nicht geben, damit wäre es überfordert. Auch der Punkt mit den gemeinsamen Interessen oder auch einmal kontra zu bekommen, was ja von rinalii19 geschildert wurde, wäre für mich wichtig, und er würde mir fehlen. Darum würde ich eine solche Beziehung wohl nicht eingehen, weil sich außer eventueller körperlicher Anziehung vermutlich keine echte Attraktivität ergeben und keine Verliebtheit einstellen würde und die braucht es schon für eine Beziehung.
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:: Sorcya
:: Beiträge 2832:: 0.31 Talkpoints ::  |
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Lieben kann man solche Menschen natürlich, aber meiner Meinung nach nur auf platonischer Basis. Sicher muss man da nochmal einen Unterschied machen. Ich gehe einfach mal von dem geschilderten Fall aus. Stimmt es wenn ich annehme, dass sich das Mädchen nicht weiter entwickeln wird, oder besteht die Möglichkeit, dass es über den Stand eines 10-jährigen Mädchens hinaus gehen kann?
Ich stelle mir ernsthaft die Frage, wie man solch einen Menschen anders als platonisch lieben kann. Ich gehe einfach davon aus, dass dieses Mädchen mit gewissen Sachen einfach nicht wirklich etwas anfangen kann. Und das spielt eben doch eine wichtige Rolle.
Platonische Beziehungen (also schon eine Beziehung) sind sicher möglich aber dann stellt sich mir auch die Frage, was derjenige daran findet. Immerhin ist er dann mit jemandem zusammen, der geistig 10 Jahre alt ist. Man hat andere Gesprächsthemen usw.
Anders würde das eventuell aussehen, wenn er dann auch gesitig behindert ist. Sicherlich ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass man auf so jemanden trifft - aber vielleicht geht das ja gut?
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:: winny2311
:: Beiträge 11535:: -11.07 Talkpoints |
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Für mich wäre sowohl eine Beziehung als auch eine enge Freundschaft zu einem geistig behinderten Menschen absolut undenkbar und damit ausgeschlossen, auch wenn ich noch nie vor dieser Frage stand, obwohl ich natürlich auch schon mehrere geistig behinderte Menschen kennengelernt habe. Selbst wenn es so weit kommen sollte, dass ich mich in einen geistig behinderten Menschen verliebe, würde ich diesem Gefühl nicht nachgeben, sondern die Sache direkt abhaken, da eine solche Geschichte keine Zukunft für mich hätte.
Ich finde es sehr wichtig, dass man mit seinem Partner wirklich sprechen und diskutieren kann. Kommunikation ist das A und O in einer funktionierenden Beziehung und ich brauche jemanden, der mit mir auf Augenhöhe ist und versteht, was ich sage und meine Gedankengänge auch nachvollziehen kann. Zudem finde ich es wichtig, dass man nicht nur über das Wetter oder irgendwelche Filme reden kann, sondern auch über Themen, die man gerade in der Uni durchgesprochen hat oder allgemein tiefergehende Fragestellungen miteinander diskutieren kann. Das ist mir in einer Beziehung ebenso wichtig wie in einer engen Freundschaft. Daher würde mir auch in einer Freundschaft zu einem geistig Behinderten sehr viel fehlen, da es in dieser Konstellation leider nicht möglich ist, eine solche Kommunikationsebene zu erreichen. Die Gesprächsthemen werden immer eher einfach sein und mich würde das auf Dauer nicht nur langweilen, sondern auch frustrieren. Ich will reden, diskutieren und vor allem will ich auch andere differenzierte Meinungen hören - und die bekomme ich sicher nicht von jemandem, der geistig auf dem Niveau eines Kindes ist. Das ist schade, aber eben nicht ändern.
Zudem ist es mir wichtig, vom Partner Rückhalt zu bekommen. Jemand, der mir nicht gewachsen ist, wird mir diesen Halt nicht geben können. Und ich möchte mich auch fallen lassen können und nicht immer das Gefühl haben, selbst stark sein zu müssen und auch permanent für jemand anderen stark sein zu müssen.
Dazu kommt noch, dass ich Intellekt einfach sexy finde. Viele der normale Durchschnittsmenschen von durchschnittlicher Intelligenz sind in der Regel schon nicht so ganz mein Fall. Ich brauche Menschen, die sich von der Masse abheben und die auf eine bestimmte Weise faszinierend sind. Hirn, Witz und die Fähigkeit zu denken und zu hinterfragen, sind dabei absolute Grundvoraussetzungen. Ich mag es schon nicht, wenn jemand unkritisch alles hinnimmt, weil er zu faul oder zu einfach gestrickt ist, um Dinge zu hinterfragen. Wenn es dann aber jemanden gäbe, der das überhaupt nicht könnte, nicht einmal ansatzweise, wäre das für mich einfach nicht anziehend und der andere wäre für mich immer irgendwie "der Kleinere" von uns beiden - und dann wären wir wieder bei dem Thema, dass es mir wichtig ist, einen Partner auf Augenhöhe zu haben.
Sexuell kann ich mir eine solche Beziehung ebenfalls überhaupt nicht vorstellen, da ich nicht mit jemandem ins Bett gehen will, der mir so eindeutig unterlegen ist und vielleicht nicht einmal wirklich weiß, was da abläuft. Das klingt vielleicht im ersten Moment hart, aber ich bin in diesem Punkt sehr klar und habe eine eindeutige Meinung zu dieser Thematik.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Menschen gibt, die einen Partner suchen, der ihnen unterlegen ist, gerade wenn sie selbst irgendwelche Defizite haben und diese dadurch kompensieren möchten. Es gibt ja durchaus Menschen, die sich Leute suchen, die zu ihnen aufschauen und ich denke, dass es auch in diesem Fall so sein kann. Zudem kann ich mir auch vorstellen, dass es Pädophile gibt, die sich von dieser Kindlichkeit und Unterlegenheit angezogen fühlen. Allerdings denke ich, dass der erste Fall irgendwie häufiger vorkommt - eben weil es doch einige Menschen gibt, die mit gleichberechtigten Partnern nicht zurechtkommen, sondern lieber nach "kleinen Dummchen" Aussschau halten. Wenn sie dann jemanden finden, der geistig retardiert ist, dann ist das vielleicht für diese Leute noch attraktiver als jemand, der einfach "nur" ein bisschen einfach gestrickt ist.
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:: Cologneboy2009
:: Beiträge 8457:: 113.21 Talkpoints ::  |
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Erstmal muss ich sagen tut mir das Mädchen von Herzen Leid! Wenn ich sowas lese bin ich immer dankbar das meine Tochter gesund ist!
Ich denke sie wird es sehr schwer haben jemanden zu finden. Ich persönlich stelle es mir unmöglich vor jemanden in der Situation zu lieben bzw. eine Beziehung einzugehen. Zu einer Partnerschaft gehören ja nun mal auch Dinge wie Diskussionen,Gespräche und eine gewissermaßen gleiche Wellenlänge.
Auch heiraten und Kinder bekommen wie soll das funktionieren? Sie versteht das doch im eigentlichen Sinne überhaupt nicht und wäre wohl kaum in der Lage ein Kind groß zu ziehen. Wenn sie auf dem Stand von 10 ist wie du sagst, was wenn das Kind 11,12 irgendwann erwachsen ist? Und grade bei solchen Gedanken tut sie mir noch mehr leid. Ein normales Leben wird sie nie führen können.
Ich glaube als Mutter hätte ich große Bedenken das sie an einen Perversen gerät. Und selbst wenn es jemand ernst meint, wie groß wird die Enttäuschung für das Kind sein weil es dann doch nicht klappt? Natürlich hat sie das Recht zu lieben und geliebt zu werden, aber ob die Geistige Reife vorhanden ist um Liebe zu geben und zu empfangen ist doch fraglich. Vielleicht hat sie ja das Glück jemanden zu finden der das selbe Schicksal trägt. Wünschen würde ich es ihr! Ob sie in dem Falle an Nachwuchs denken sollten bleibe mal dahin gestellt.
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:: Kullerkeks86
:: Beiträge 189:: 33.60 Talkpoints |
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